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Flagge Dänemark
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Auf Hamlets Thron sitzt heute Königin Margrethe II - eine äußerst beliebte Regentin, die als Staatsoberhaupt aber nur repräsentative Funktionen wahrnimmt. Die dänische Monarchie ist ein echter Traditionsverein unter den Königshäusern dieser Welt – ihre Wurzeln reichen bis ins 10. Jahrhundert zurück.

So lykkelig (glücklich) die Fahrrad fahrenden Dänen auch sind: Im letzten Dezember zerplatzte ihr Traum vom Wintermärchen wie eine alte Smørrebrød-Packung. Als Gastgeber einer der wichtigsten Konferenzen der Menschheitsgeschichte, mussten sie feststellen, dass diese Schuhe wohl doch eine Nummer zu groß für sie waren. Organisationschaos, Pannen und Uneinigkeit bestimmten die Schlagzeilen zum UN-Klimagipfel; Dänemark wurde scharf dafür kritisiert, die streitenden Parteien nicht in den Griff zu kriegen, selbst zu wenig transparent und sogar undemokratisch vorzugehen.

Geografie, Staat, Fußball

  • Fläche: 43.094 Quadratkilometer
  • Einwohnerzahl: 5,51 Millionen
  • Hauptstadt: Kopenhagen
  • Amtssprache: Dänisch
  • Staatsform: Konstitutionelle Monarchie mit parlamentarisch-demokratischem Regierungssystem
  • Dänemark war 1986 in Mexiko zum ersten Mal bei einer Fußball-Weltmeisterschaft vertreten. Ihren größten Erfolg verbuchten die Skandinavier 1992, als sie in Schweden Europameister wurden.

Wirtschaft und Politik

Als Steuerzahler sind die Dänen legendär: Sie gehören bei einem Steuersatz von etwa 60 Prozent zu den absoluten Topscorern dieser Disziplin! Trotzdem gibt es wenig Beschwerden: Das skandinavische Land gilt als Wohlfahrtsstaat. Bildung und Gesundheitswesen sind umsonst in Dänemark, zudem gehen rund 30 Prozent der Steuern als Transferleistungen an die Bürger zurück. Auf der Bank beim sogenannten Flexicurity-System aber sitzt der schlechte Kündigungsschutz: Arbeitgeber dürfen ihre Angestellten in schwachen Konjunkturphasen mit sehr kurzer Frist entlassen.

Top wiederum ist die Frauenerwerbsquote in Dänemark: Sie gehört mit über 70 Prozent (2005) zu den höchsten weltweit. Zudem stehen die Dänen ganz klar auf Mannschaftssport: 85 Prozent der Arbeitnehmer sind in Gewerkschaften organisiert!

Obwohl die Weltwirtschaftskrise auch den Dänen zugesetzt hat, geht es ihnen noch vergleichsweise gut. Jahrelang erwirtschaftete Haushaltsüberschüsse machten das Land schon 2005 schuldenfrei. Den globalen Herausforderungen steht man gelassen gegenüber: Dänemark setzt auf eine Gesellschaft des Wissens und investiert großzügig in Forschung und Entwicklung, besonders in den Bereichen Biotechnologie, Pharma und Informationstechnologie. Das Königreich ist ein international geschätzter Team-Player – der Mannschaft der europäischen Währungsunion wollte es sich allerdings nicht anschließen.

Umwelt- und Klimaschutz

Skandinaviens südlichstes Land hat früh begonnen, sich energiepolitisch ein grünes Trikot überzustreifen. Die starke dänische Anti-Atomkraftbewegung der 1970er Jahre schoss die Risiko-Technologie so schnell ins Aus, dass sie bis heute dort keinen Fuß hinsetzen konnte. Stattdessen setzte man im flachen und windigen Dänemark schon früh auf die Nutzung der Windkraft. Bereits 1918 soll das Land rund drei Prozent seines Stromverbrauchs mit Windkraftanlagen produziert haben!

Heute deckt diese Form der Energiegewinnung knapp 20 Prozent des dänischen Energiebedarfs. Logo, dass die Dänen auch in der Liga der Windturbinen-Hersteller ganz weit oben mitspielen. Etwas schwindlig fühlt sich die Konkurrenz sicherlich beim anvisierten Großprojekt der Dänen im Kattegat: Hier soll der größte Windmühlenpark der Welt entstehen und rund 400.000 Haushalte künftig mit Energie versorgen. Damit wäre Dänemarks selbst gestecktes Ziel, bis 2025 30 Prozent des gesamten Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien zu decken, zum Greifen nahe.

Auch in Sachen Effizienzsteigerungen und im Ausbau von Kraft- und Wärmekopplungssystemen leistet das Team Dänemark vorbildliche Arbeit. Ein gelungenes Beispiel ist hierbei das Abfallmanagement: Zwei Drittel des anfallendes Abfalls werden wiederverwendet - beziehungsweise recycelt. Die Wärme, die bei der Abfallverbrennung freigesetzt wird, deckt etwa 20 Prozent der dänischen Fernwärme.

Also kaum was faul im Staate Dänemark? Seit den 70er Jahren fördert der EU-Staat in der Nordsee Erdöl und Erdgas. Das an Bodenschätzen insgesamt arme Land muss sich aber dennoch außerhalb des eigenen Spielfelds zusätzliche Energie besorgen. Eine andere Umwelt-Schwäche betrifft die Landwirtschaft: Beim Düngemittel- und Pestizideinsatz müssen die Dänen den Ball auf jeden Fall noch besser unter Kontrolle bringen. Sein oder nicht sein?: Auch die Überfischung der Meere ist eine Frage, die das Königreich dringend für sich beantworten sollte.

Korruption

Ein hyggeliges (gemütliches) Völkchen, diese Dänen – auch Transparancy International konnte kaum Korruption im Staate von Margrethe II entdecken und erkor es zum Vizemeister im Korruptionsindex!

Besonderheiten

Dänemark führte 1992 als erstes EU-Land überhaupt eine C02-Steuer ein.

(Autorin: Simone Wiepking)

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