Brasilien: Waldschützer im Amazonas ermordet - Politik versagt beim Schutz der Indigenen Gemeinschaften

Hüter des Waldes ermordet

Der brasilianische Waldschützer Paulo Paulino Guajajara ist tot. Erschossen von illegalen Holzfällern. Die Regierung Bolsonaros unternimmt nichts, um indigene Gebiete zu schützen.

  • /

Eigentlich wollte er in den Wald gehen, um Wasser zu holen. Doch dann wurden Paulo Paulino von der indigenen Gemeinschaft der Guajajara und sein Begleiter von fünf bewaffneten Holzfällern  umzingelt und beschossen, Paulo tödlich verwundet. Damit ist der brasilianische Waldschützer und Mitglied der „Wächter des Waldes“ das jüngste Opfer brasilianischer Umweltkriminalität. Sein Begleiter Laércio Guajajara konnte nach derzeitigen Informationen verletzt entkommen. Das meldet die Menschenrechtsorganisation „Survival International“. 

Die brasilianische Regierung versagt immer wieder bei der wichtigen Aufgabe, die Gebiete indigener Gemeinschaften und damit auch ihre Lebensgrundlage zu schützen. Immer häufiger werden gewalttätige Übergriffe auf indigene Gebiete durch illegale Holzfäller und Landräuber dokumentiert.

Dazu der Kommentar von Greenpeace Brasilien:

Greenpeace Brasilien verurteilt Gewalt gegen indigene Gemeinschaften und steht in Solidarität mit den Guajajara angesichts der Ermordung des Waldschützers Paulo Paulino Guajajara.

Paulo Paulino Paulino Guajajara wurde am Freitag, den 1. November in einem Hinterhalt von Holzfällern im Indigenen Land von Araribóia im Amazonasstaat Maranhão erschossen. Nach den bisher vorliegenden Informationen wurde auch auf einen weiterer Waldschützer, Laércio Guajajara, während des Kreuzfeuers geschossen und dabei auch ein Holzfäller getötet.

Angesichts des Versagens des brasilianischen Staates, die indigenen Länder wirksam zu schützen, haben die indigenen "Waldhüter" diese Rolle für sich und alle damit verbundenen Risiken übernommen.

Von Landräubern und Holzfällern besetzte indigene Gebiete in Maranhão sind Schauplätze eines asymmetrischen Kampfes, bei dem kleine Gruppen von indigenen Waldschützern ihr Leben riskieren, um die ihre Heimat zu schützen.

Paulino und Laercio sind die jüngsten Opfer eines Staates, der sich weigert, seiner verfassungsmäßigen Pflicht zum Schutz der indigenen Völker und Gebiete nachzukommen. Greenpeace Brasilien fordert die Regierung auf, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um weitere Gewalt und Todesfälle in der Region zu verhindern.

Wir erklären unsere Solidarität mit den tapferen Waldschützern in Maranhão und ganz Brasilien, die weiterhin täglich für das Recht auf Existenz kämpfen.“

Weiterführende Publikationen zum Thema

Ende Legende

Das EU-Mercosur-Freihandelsabkommen soll den Handel mit landwirtschaftlichen Produkten wie Fleisch und Soja, mit Chemikalien wie etwa Pestiziden, sowie mit Autos und Autoteilen steigern. Dies steht in​direktem Widerspruch zu den Zielen des europäischen Green Deals​. Die mächtige Exportwirtschaft stellt viele falsche Behauptungen auf, um den Abschluss des Deals zu rechtfertigen. Greenpeace hat einen Fakten-Check zusammengestellt, um die Meinungsmache zu dem toxischen Abkommen zu widerlegen.

Der teure Preis des Billigfleischs

Wer Fleisch konsumiert, zahlt nur einen Bruchteil der wahren Kosten. Die Marktpreise zeigen die externen Kosten nicht an - zu Lasten von Umwelt und Klima. Die Studie vergleicht die wahren Kosten von Schweine und Rindfleisch aus Deutschland und dem Mercosur

Mehr zum Thema

Nicht verhandelbar

Greenpeace und Misereor veröffentlichen ein Rechtsgutachten zum geplanten Handelsabkommen. Es belegt die Mängel und sieht Neuverhandlungen als einzigen Ausweg.

Die Welt hält den Atem an

Über 70.000 Brände wüten derzeit in Brasilien. Besonders schwer betroffen ist Amazonien. Unser Kollege Oliver Salge hat mit uns direkt aus São Paulo gesprochen.

Kahlschlag im Cerrado

Sie kommen mit Sägen und Baggern: Skrupellose Agrarunternehmer dringen immer tiefer in den brasilianischen Cerrado vor – und verwandeln die einzigartige Savanne in leblose Wüste.