Wegen Corona-Pandemie: US-Militärmanöver „Defender 2020“ teilweise abgesagt

Ausmanövriert

Teile des US-Militärmanövers Defender sind wegen Corona abgesagt. Greenpeace fordert, das Manöver komplett abzusagen und unterstützt UN-Forderung nach weltweiten Waffenstillstand.

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Die in Deutschland vorgesehenen Übungsanteile des US-Militärmanövers „Defender 2020“ auf den Truppenübungsplätzen in Bergen (Niedersachsen) und Grafenwöhr (Bayern) hat die Bundeswehr aufgrund der Corona-Krise abgesagt. Laut Medienberichten wird die sich bereits in Europa befindende US-Kampfbrigade jedoch weiterhin mit Nato-Partnern in Osteuropa Gefechtsübungen abhalten, wenn auch in kleinerem Stil als ursprünglich geplant. Grundsätzlich soll das Militärmanöver alle zwei Jahre stattfinden. Ein Großteil der US-Ausrüstung soll dabei in Deutschland und Osteuropa verbleiben. So könnte ein weiteres Manöver oder auch ein echter Einsatz in einem viel kürzeren Zeitraum stattfinden.

„Es ist begrüßenswert, dass die Bundeswehr die geplanten Übungen in Deutschland abgesagt hat. Die Beweggründe hätten aber neben den durch den Corona-Virus vorhandenen gesundheitlichen Risiken auch die sicherheitspolitischen Risiken sein sollen. Kriegsspiele und Militärmanöver, die auf den Bedrohungsszenarien des Kalten Krieges fußen, haben in Deutschland und Europa nichts zu suchen. Dass „Defender 2020“ in Osteuropa trotz der Pandemie weitergeführt werden, ist unverantwortlich. Das US-Militär muss die Übung umgehend allumfassend einstellen“, sagt Greenpeace-Sprecher Christoph von Lieven.

UN-Generalsekretär António Guterres fordert weltweiten Waffenstillstand

Aufgrund der Corona-Krise hatte UN-Generalsekretär António Guterres am 23. März zu einem „sofortigen weltweiten Waffenstillstand“ aufgerufen. Er berief sich darauf, dass Zivilisten in Konfliktgebieten vor den gravierenden Auswirkungen des Virus geschützt werden müssten. Die Corona-Krise verdeutliche, wie „unsinnig“ Kriege seien.

„Der Vorschlag von Guterres ist genau richtig: Wir brauchen jetzt mehr denn je ein internationales Einstehen für Frieden und Völkerverständigung. Wenn wir etwas aus der gegenwärtigen Bedrohungslage lernen können, dann ist es dieses: Bedrohungen wie diese Pandemie, aber auch die Klimakrise, können wir nicht mit Waffengewalt beenden, sondern nur durch ein solidarisches Miteinander“, so von Lieven.

Greenpeace Deutschland fordert in diesem Zusammenhang auch ein Rüstungsexportverbot in Drittländer, sowie in Krisen und Kriegsgebiete.

„Krisen und humanitäre Katastrophen dürfen nicht durch deutsche Waffen verschlimmert werden – nicht im Jemen und auch sonst in keinem ohnehin bereits geschwächten Land. Die Bundesregierung sollte die Corona-Krise endlich als konkreten Handlungsanlass verstehen und Waffenexporte in Drittländer sowie in Krisen- und Kriegsgebiete ausnahmslos verbieten“, sagt Christoph von Lieven.

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