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Chronik: Ein Konzern versenkt sein Image

Im Februar 1995 genehmigt die englische Regierung die Versenkung der 14.500 Tonnen schweren Öl-Plattform Brent Spar im Atlantik. Sie folgte damit einem Antrag des britischen Shell-Konzerns, nach dessen Angaben diese Form der Entsorgung die umweltschonendeste Variante sei. Nach heißen Diskussionen fällt schließlich die Entscheidung: Greenpeace startet eine der aufsehenerregendsten Kampagnen seiner Geschichte. Dies alles und mehr können Sie in unserer ausführlichen Chronik nachlesen.
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Shell bereitet Versenkung der Öl-Plattform Brent Spar vor

16. Februar 1995

Die Londoner Regierung erteilt der britischen Shell (Shell U.K.) eine vorläufige Genehmigung zur Versenkung der ausrangierten Öl-Plattform Brent Spar nordwestlich von Schottland im Atlantik.

1. März 1995

Unter dem Slogan Das wollen wir ändern stellt die Deutsche Shell AG ihre neue Social-Marketing-Kampagne vor. In Anzeigen und Fernsehspots soll vor allem über Shells Aktivitäten in den Bereichen Soziales und Umwelt informiert werden.

April 1995: Greenpeace besetzt Plattform

Das Greenpeace-Magazin informiert in einem kurzen Artikel über die geplante Versenkung.

30. April 1995

Mit Seilen und Winden erklettern 12 Aktivisten und Aktivistinnen aus Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland die ausrangierte Ölplattform Brent Spar, 190 Kilometer nordöstlich der Shetland-Inseln. Die Greenpeace-Leute wollen die geplante Versenkung verhindern und fordern den Rückbau der Anlage an Land. Nach Angaben von Shell UK enthält die Plattform rund 100 Tonnen mit Schwermetallen versetzte Ölschlämme sowie rund 30 Tonnen schwach radioaktive Salzablagerungen.

1. Mai 1995

Shell hält die Besetzung zunächst für eine Eintagsfliege, die sich von selbst erledigen wird. Bei der deutschen Shell-Zentrale in Hamburg ist das Thema sogar unbekannt. Sie wird nicht von ihrer britischen Schwestergesellschaft, sondern erst von Journalisten informiert.

2. Mai 1995

Der Betriebsrat der deutschen Shell protestiert gegenüber Vorstand und Aufsichtsrat gegen die geplante Versenkung der Brent Spar.

8. Mai 1995

Die Besetzer installieren eine Windenergie-Anlage zur Eigenversorgung.

12. Mai 1995

Den Aktivisten wird per Hubschrauber eine einstweilige Verfügung überbracht, die sie zum sofortigen Verlassen der Plattform auffordert.

An deutschen Shell-Tankstellen verteilen Greenpeacer Flugblätter an Autofahrer, um sie auf den Umweltskandal aufmerksam zu machen.

Die Umweltkommisarin der Europäischen Union, Ritt Bjerregard, begrüßt die Greenpeace-Aktion im Atlantik.

Mai und Juni 1995: Trotz Räumung - Protest geht weiter

17. Mai 1995

Shell bereitet die Räumung vor. Inzwischen haben sich die Regierungen Dänemarks, Islands, Belgiens und der Niederlande gegen die Versenkung der Plattform ausgesprochen.

22. Mai 1995

Shell versucht, mit Hilfe eines riesigen Krans ein Räumkommando auf die Plattform zu hieven. Der Versuch scheitert wegen schlechten Wetters.

23. Mai 1995

In den frühen Morgenstunden entern 15 Shell-Mitarbeiter und sechs Polizeibeamte die Brent Spar und räumen die Plattform.

Zum Auftakt einer Tagung des Bundesamtes für Seeschiffahrt und Hydrographie in Hamburg überreicht Greenpeace Umweltministerin Angela Merkel ein Flugticket zu den Shetland-Inseln - inklusive Transfer zur Brent Spar. Merkel spricht sich vor der Presse gegen eine Versenkung der Plattform aus.

Presse, Funk und Fernsehen sind empört: Die gescheiterte Räumung vom Vortag und die tatsächliche Räumung führen zu einer umfangreichen und gegenüber Shells Vorgehen von Unverständnis geprägten Berichterstattung.

24. Mai 1995

Als erste Organisation in Deutschland ruft die Junge Union Nordrhein-Westfalen zum Boykott von Shell-Tankstellen auf. In den nächsten Tagen schließen sich weitere Landesverbände an.

30. Mai 1995

Mehrere Parlamentarier des Bundestages protestieren gegen die geplante Versenkung der Brent Spar. Heinrich Lummer (CDU) kritisiert die abwartende Haltung Angelika Merkels. Klaus Lennartz (SPD) erklärt: Es gibt auch noch andere Tankstellen.

31. Mai 1995

Der Deutsche Fischereiverband schließt sich den Protesten in einer gemeinsamen Presseerklärung mit Greenpeace an.

1. Juni 1995

Drei Viertel der Bundesbürger wären zu einem Shell-Boykott bereit. Das ergibt eine von Greenpeace bei EMNID in Auftrag gegebene Umfrage. Shell betreibt rund 1.700 Tankstellen in Deutschland und hält einen Marktanteil von 13 Prozent.

2. Juni 1995

Bundesweiter Aktionstag der über 80 regionalen Greenpeace-Gruppen: An rund 300 Shell-Tankstellen informieren die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die geplante Versenkung.

7. Juni 1995

Save our Seas - so lautet die Aufschrift des Banners, das fünf Kletterer bei einer erneuten Besetzung der Brent Spar hissen. Die Plattform wird wieder geräumt, doch zur gleichen Zeit verzögern deutsche und britische Aktivisten das Auslaufen des Hochseeschleppers, der die Brent Spar zum Versenkungsort ziehen soll.

8. Juni 1995

Greenpeace nutzt die Vierte Nordseeschutzkonferenz in Esbjerg und demonstriert vor dem Tagungshaus mit einer acht Meter hohen Nachbildung der Brent Spar.

Rudolf Scharping (SPD) dankt Greenpeace für das Engagement gegen die Versenkung der Plattform.

9. Juni 1995

Die Ministerrunde auf der Nordseeschutzkonferenz kommt darin überein, dass stillgelegte Offshore-Anlagen entweder wiederverwertet oder an Land entsorgt werden sollen. Ein von den skandinavischen Ländern und der Bundesrepublik gefordertes generelles Versenkungsverbot scheitert am Veto Großbritanniens, Norwegens und Frankreichs.

Greenpeace veröffentlicht eine von Shell in Auftrag gegebene Studie der Firma Smit Engineering. Die Ergebnisse der Studie besagen, dass die Brent Spar zu einem Viertel der von Shell angegebenen Kosten an Land entsorgt werden könne.

10. Juni 1995

Der Versuch, mit dem Abtransport der Brent Spar zu beginnen, wird von Greenpeace-Aktivisten zunächst verhindert. Daraufhin rammt die Besatzung eines Shell-Schiffs die Rettungsinsel der Greenpeacer, die ins Meer fallen, sich aber verletzt in ein Schlauchboot retten können.

Nach Angaben der Presseagentur dpa äußern Shell-Mitarbeiter Kritik an der geplanten Versenkung der Plattform.

Die Ministerpräsidentin Schleswig-Holsteins, Heide Simonis (SPD), fordert Bundeskanzler Helmut Kohl auf, die Rettung der Nordsee zur Chefsache zu erklären. Zur gleichen Zeit bekundet sie Verständnis und Sympathie für Boykott-Aktionen gegen Shell.

11. Juni 1995

Die Brent Spar wird Richtung Nordatlantik geschleppt ...

12. Juni 1995

... und vom Greenpeace-Schiff ALTAIR begleitet.

Die Präsidentin der Synode der Nordelbischen Kirche und der Verkehrsclub Deutschland rufen zum Shell-Boykott auf. Weitere prominente Stimmen gegen die Versenkung der Brent Spar stammen von den hessischen Grünen, vom FDP-Generalsekretär Guido Westerwelle und von der CSU.

Esso, so wird jetzt bekannt, ist zu 50 Prozent an Brent Spar beteiligt. Der Ölkonzern trägt die Entscheidung zur Versenkung mit, hält sich jedoch aus den öffentlichen Auseinandersetzungen heraus.

Mitte Juni 1995: Die Proteste zeigen Wirkung

14. Juni 1995

Der Protest gegen Shell schlägt immer höhere Wellen. Politiker aller Parteien, verschiedene Verbände und Einzelpersonen unterstützen den Boykott-Aufruf der Nordelbischen Kirche. Ähnliche Aufrufe niederländischer Parlamentarier und des niederländischen Naturschutzbunds machen deutlich, dass sich die Stimmung gegen die Versenkung der Brent Spar auch in anderen Ländern regt. Dem Protest in Deutschland schließen sich u.a. die hessische CDU, die Landesverbände der Jungen Union in Bayern und Baden-Württemberg, Leipzigs Oberbürgermeister Hinrich Lehmann-Grube, der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern sowie der Autoclub Europa (ACE) an. Neben Boykottaufrufe treten nun auch vermehrt Dienstanweisungen einzelner Behörden und Verbände, nicht mehr bei Shell zu tanken.

Die Berichterstattung der Medien nimmt ungeahnte Ausmaße an. Das Verhalten von Shell wird teilweise heftig kritisiert, während dem Widerstand gegen die geplante Versenkung breiter Raum beigemessen wird. Selbst in der Boulevardpresse rückt die Auseindersetzung um die Brent Spar auf die Titelseite - hier einige Schlagzeilen:

Express (Köln): Shells Gift-Insel - Millionen fordern: Kehrt um!

Hamburger Morgenpost: Tanken Sie noch bei Shell?

BZ (Berlin): Große Umfrage der BZ, Ergebnis: Shell muß die Öl-Plattform stoppen!

tz (München): Aufstand gegen Shell

Peter Duncan, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Shell AG, gesteht spürbare Absatzverluste ein. Shell-Tankstellenpächter beklagen Umsatzrückgänge von bis zu 50 Prozent.

15. Juni 1995

Zur Schadensbegrenzung zieht die deutsche Shell ihre aktuelle Werbekampagne zurück. Shell wollte mit der Kampagne das soziale und umweltpolitische Engagement des Unternehmens hervorheben (vgl. unter 1. März 1995).

Der niederländische Shell-Direktor Jan Slechte verkündet, der Ölmulti sei bereit, über die geplange Versenkung der Plattform neu zu verhandeln. Dies mache er aber von einem entsprechenden Wunsch der britischen Regierung abhängig. Greenpeace fordert Shell auf, die Entscheidung selbst zu revidieren, anstatt der britischen Regierung den Schwarzen Peter zuzuschieben.

Nach einer Unterredung mit Helmut Kohl am Rande des Weltwirtschaftsgipfels im kanadischen Halifax teilt der britische Premier John Major mit, er halte an der Versenkung der Brent Spar fest.

Dagegen schließen sich drei Bundesminister und der Präsident des evangelischen Kirchentages, Ernst Benda, der Protestbewegung an.

16. Juni 1995

Ein ungewöhnliches Bündnis in Deutschland: Politiker von links bis rechts, einschließlich Bundeskanzler Kohl, sprechen sich gegen die Versenkung der Brent Spar aus. Die unglaubliche Solidarisierung übertrifft sämtliche Erwartungen, führt jedoch gleichzeitig zu kritischen Bemerkungen in Teilen der Presse und der Umweltbewegung - die Stichworte lauten: bequemer Protest und Profilierungsabsichten von Politikern.

Als Reaktion auf einen nächtlichen Brandanschlag auf eine Shell-Tankstelle in Hamburg verurteilt Greenpeace die Anwendung jeglicher Gewalt.

Zum dritten Mal gelingt die Besetzung der Brent Spar. Trotz Windstärke sechs und Beschuss durch Wasserkanonen des Shell-Schiffs REMBAS gelangen zwei Aktivisten auf die Plattform.

18. Juni 1995

Greenpeace veröffentlicht in Deutschland Messergebnisse, nach denen an Bord der Brent Spar zusätzlich zu den von Shell angegebenen 130 Tonnen Sondermüll große Mengen Öl lagern. Diese Zahlen erweisen sich später als falsch.

Auf der Abschlusskundgebung des Evangelischen Kirchentages im Hamburger Volksparkstadion ruft Kirchentagspräsident Ernst Benda zum Shell-Boykott auf.

In einem Spiegel-Interview sagt der Vorstandschef der deutschen Shell, Peter Duncan, er habe von der geplanten Versenkung der Brent Spar mehr oder weniger aus dem Fernsehen erfahren.

19. Juni 1995

Rainer Eppelmann (CDU) fordert, auch der Esso-Konzern solle wegen seiner 50-prozentigen Beteiligung an der Brent Spar boykottiert werden.

20. Juni 1995

Thilo Bode, Geschäftsführer von Greenpeace Deutschland, freut sich über den deutlichen Boykottaufruf des Kirchentages, hält die Beschränkung auf einen Konzern jedoch für problematisch: Die Kunden tanken dann halt nicht bei Shell, sondern 100 Meter weiter bei Aral.

Paul Haseldonckx von der Erdölproduktionsgesellschaft Deminex beschwert sich bei Shell: Dessen Handlungsweise sei einem positiven Image der gesamten Ölindustrie nicht dienlich.

Einem Hubschrauber gelingt es, zwei weitere Aktivisten auf der Brent Spar abzusetzen.

Aus Großbritannien wird eine zunehmende öffentliche Empörung über die geplante Versenkung der Öl-Plattform gemeldet.

17 Uhr 49: Shell gibt auf! Die Brent Spar wird nicht versenkt. Die vier Besetzer vollführen einen Freudentanz auf dem Hubschrauberdeck der Plattform, während John Castle, Kapitän des Greenpeace-Schiffs ALTAIR, das Signalhorn heulen lässt. In den Greenpeace-Büros knallen die Sektkorken.

Ein Sprecher der deutschen Shell begründet das Aufgeben mit den Worten, es habe besonders in Deutschland, Dänemark und den Niederlanden einen "riesigen Proteststurm gegeben, nach dem man nicht zur Tagesordnung übergehen kann".

1995 bis 1998: Moratorium für die Versenkung der Ölplattformen

27. Juni 1995

Mit einer neuen Anzeigenkampagne (Wir werden uns ändern) versucht die Deutsche Shell AG, ihr angekratztes Image wieder aufzupolieren.

29. Juni 1995

Auf der in Brüssel tagenden OSPAR-Konferenz zum Schutz des Nordostatlantiks und der Nordsee beschließen die Mitglieds-Staaten ein Moratorium für die Versenkung ausgemusterter Öl- und Gasförderanlagen. Es soll nach zwei Jahren in ein endgültiges Versenkungsverbot umgewandelt werden. Großbritannien und Norwegen sperren sich gegen die Entscheidung - der Beschluss ist für beide Länder nicht bindend.

11. Juli 1995

Die Brent Spar geht im norwegischen Erfjord vor Anker. Shell schreibt die Entsorgung der Plattform international aus. Damit beginnt ein langwieriges Auswahlverfahren.

August 1995

Peter Duncan, Vorstandschef der deutschen Shell, gibt an, es habe sich bei dem Brent Spar-Konflikt in erster Linie um ein Kommunikationproblem gehandelt. Im Rahmen einer späteren medialen Nachbereitung der Kampagne und als Reaktion auf Vorwürfe wie den der Medienmaschine weist Greenpeace hingegen auf den politisch-ethischen Kern des Konflikts hin.

4. September 1995

Greenpeace Großbritannien entschuldigt sich schriftlich beim Vorstandsvorsitzenden der britischen Shell-Zentrale für die falsche Behauptung, auf der Brent Spar befänden sich über 5.500 Tonnen Öl. Die falschen Zahlen sind auf einen Messfehler zurückzuführen, hatten jedoch wegen ihres Veröffentlichungszeitpunkts (vgl. unter 18. Juni 1995) kaum noch Auswirkungen auf die Protestbewegung.

18. Oktober 1995

Die norwegische Gesellschaft Det Norske Veritas legt die Ergebnisse seiner Inventarisierung der Brent Spar vor. Sie bestätigen die ursprünglich von Shell angegebenen Schadstoffmengen mit geringen Abweichungen.

Juni 1996

Das Greenpeace-Schiff ARCTIC SUNRISE steuert in der Nordsee 15 Öl- und Gasplattformen an, die demnächst außer Betrieb genommen werden sollen. Dabei entdeckt die Besatzung im Umfeld mehrerer Plattformen Ölfilme auf dem Wasser. Bodenproben vom Meeresgrund beweisen zudem schwer wiegende Verschmutzungen im Umkreis der Anlagen.

Auf der OSPAR-Konferenz in Oslo spricht sich die Mehrheit erneut gegen Plattformversenkungen aus - nur Großbritannien und Norwegen halten sich diese Option weiterhin offen.

September 1996

Die norwegische Regierung verwirft einen Antrag von Esso, das Stahlgerüst der Gasförderplattform Odin zu versenken.

Januar 1997

Shell präsentiert elf Entsorgungsvorschläge für die Brent Spar, die allesamt entweder eine Landverschrottung oder Wiederverwertung von Teilen der Anlage vorsehen. Derweil versucht die britische Regierung, ihr Gesicht zu wahren: Sie bezeichnet die Versenkung nach wie vor als die bestmögliche und umweltfreundlichste Engsorgungsmethode.

Juli bis September 1997

Die Besatzung des Greenpeace-Schiffs RAINBOW C begutachtet in den Sommermonaten Offshore-Anlagen in der Nordsee, um die alltägliche Meeresverschmutzung durch Öl-Plattformen zu dokumentieren.

Auf der Brüsseler OSPAR-Konferenz im September findet das selbe Spiel wie schon die Jahre zuvor statt: Großbritannien und Norwegen blockieren ein für alle bindendes Versenkungsverbot.

1998: Brent Spar wird an Land entsorgt

Januar 1998

Shell gibt bekannt, die Brent Spar endgültig an Land zu entsorgen: Ein Großteil der Plattform soll im norwegischen Mekjarvik bei Stavanger zur Erweiterung der Hafenanlagen genutzt werden; der Rest wird verschrottet. Diese Variante kostet mit ca. 25 Millionen Pfund nur unwesentlich mehr als die inzwischen neu kalkulierte Versenkung (laut Shell 20 Mio. Pfund). Damit ist ein Präzedenzfall geschaffen: Statt das Meer als Müllkippe zu missbrauchen, wird nun an Land demontiert.

23. Juli 1998

Endlich ist das Ziel erreicht: Im internationalen Jahr der Meere beschließen die OSPAR-Umweltminister einstimmig ein generelles Versenkungsverbot für Stahl-Plattformen [1]

August 1998

Die britische Regierung stimmt dem Abwracken der Brent Spar an Land zu.

25. November 1998

In einem norwegischen Fjord wird damit begonnen, die Brent Spar zu zerlegen.

10. Juli 1999

Die Zerlegung der Brent Spar ist abgeschlossen. Teile der gereinigten Außenhülle bilden die Grundlage für eine neue Kaianlage in der Nähe von Mekjarvik bei Stavanger. Aus dem Fazit von Shell UK: The work was completed without injury to any of the workforce and without impact on the local environment.

Fußnoten

[1] Etwa zwei Dutzend sehr schwere Beton-Plattformen dürfen im Meer verbleiben.

Brent Spar und die Folgen

Kaum eine Greenpeace-Kampagne hat so viel Aufsehen erregt und so viele Menschen mobilisiert wie der Protest 1995 gegen die Versenkung der Plattform Brent Spar.

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