EU bricht internationale Verpflichtung zum Schutz der Fischbestände

Eine aktuelle Veröffentlichung der beiden Wissenschaftler Froese und Proelß zeigt, dass die Europäische Union nicht nur beim Schutz des Roten Thunfischs versagt: Sie kommt auch ihrer gesetzlich bindenden Verpflichtung unter dem Seerechtsübereinkommen (UNCLOS) nicht nach.
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Die EU hat im Plan von Johannesburg 2002 (World Summit on sustainable development) einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Fischbestände bis 2015 zugestimmt. Das ist gesetzlich verbindlich. Bei Nicht-Einhaltung bricht die Europäische Union damit eine internationale Verpflichtung.

Dr. Rainer Froese und Prof. Dr. Alexander Proelß machen in ihrer Veröffentlichung deutlich, dass beim derzeitigen Verwaltungsstand der Wiederaufbau der Fischbestände in der EU mehr als 30 Jahre benötigen wird. Über 22 Prozent der Fischbestände sind in einem so schlechten Zustand, dass sie sich auch bei einem sofortigen Fischereistopp nicht bis zum Jahr 2015 wieder aufbauen ließen.

Die Fischindustrie erleidet durch die nicht-nachhaltige Bewirtschaftung der Fischereiressourcen enorme wirtschaftliche Verluste und riskiert Arbeitsplätze. Bei einem nachhaltigen Fischereimanagement könnten die Fänge in der EU laut der Studie rund 80 Prozent höher sein, als sie derzeit sind.

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