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Drohungen gegen Wale-Botschaft in Südkorea

Aktivisten von Greenpeace und der koreanischen Umweltschutzorganisation KFEM sind bedroht worden. Sie sollen bis 18 Uhr Ortszeit am Donnerstag das Gelände der geplanten Walfleisch-Fabrik in Ulsan räumen. Anderenfalls würde die vor über einem Monat errichtete Wale-Botschaft gewaltsam zerstört werden. Das haben mehrere lokale Organisationen in einem Brief und auf einer Pressekonferenz angedroht.

Die Wale-Botschaft und unsere persönliche Sicherheit sind bedroht worden, damit hier auf dem Gelände der Oceans Day vorbereitet werden kann. Aber wie kann die Regierung ernsthaft erwägen, die Meere auf dem Gelände einer geplanten Walfleisch-Fabrik zu feiern? Es wäre eine Lachnummer, wären die Konsequenzen für die Wale nicht so ernst, sagte Jim Wickens, Meeresexperte bei Greenpeace International.

Mit der Wale-Botschaft wollen die Umweltschützer auf die Gefährdung des weltweiten Walbestands aufmerksam machen. Der Bau einer Walfleisch-Fabrik würde das Aussterben der letzten koreanischen Wale beschleunigen. In Korea darf nur das Fleisch versehentlich gefangener Wale verkauft werden. Der versehentliche Beifang ist in Korea bis zu hundertmal höher als in Ländern, die nicht mit Walfleisch handeln.

Man muss kein Genie sein, um zu erkennen, dass in einem Land, in dem tote Wale bis zu 100.000 Dollar wert sind, das absichtliche und illegale Jagen nach Koreas letzten Walen bestärkt wird, sagte Wickens. Es ist ein bisschen wie das Bauen einer Fabrik für Elfenbein von versehentlich gestorbenen Elefanten in Kenia.

Die Walfang-Debatte in Korea ist derzeit angeheizt, da Ende Juni die Internationale Walfang Kommission (IWC) in Ulsan tagen will. Die koreanische Regierung sendet klare Signale, dass sie der Taktik Japans folgen will, in den wissenschaftlichen Walfang einzusteigen. Mit dem Tarnmäntelchen der Wissenschaft wird auch die geplante Walfleisch-Fabrik begründet. Angeblich sollen so wissenschaftliche Lücken bereinigt werden.

Es ist ziemlich offensichtlich, dass das Einzige, was hier bereinigt wird, die Wahrheit ist. Diese Wale sind dazu bestimmt, Teil einer lukrativen Walfleisch-Industrie zu werden, einer Industrie, die zum Aussterben der koreanischen Minke-Wale noch zu unseren Lebzeiten führen wird, sagte Yeyong Choi von KFEM.

Eben erreicht uns die Nachricht, dass die Aktivisten von Greenpeace und KFEM bis zum Ende der IWC in Ulsan bleiben dürfen. Wie angekündigt sind um 18 Uhr Ortszeit Mitglieder lokaler Organisationen in der Wale-Botschaft erschienen, ebenso wie Bereitschaftspolizei.

Ergebnis des Zusammentreffens: Spontaner Applaus und ein gemeinsames Gruppenfoto. Die Bewohner Ulsans kündigten an, ihre Kinder in die Botschaft zu schicken, damit sie mehr über Wale lernen können. Statt über Walfang soll nun über Wale-Beobachtung nachgedacht werden. Gute Gründe zum Feiern!

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