Die Thunfischbestände im Pazifik

Fidschi, Tonga, Tuvalu oder Samoa lassen uns träumen vom Pazifikstrand unter Palmen. Doch zeichnet die Realität ein anderes Bild: Küstenfischer, die abends mit leeren Netzen nach Hause kommen und ihre Familie nicht ernähren können. Schuld daran sind die Fischereiflotten von Japan, China, den USA, Korea, Taiwan und der EU. Sie alle decken große Teile ihres Thunfischbedarfs im Zentral- und Westpazifik: Teils legal mittels unfairer Fischerei-Abkommen und teils illegal durch Piraten wird der Thunfisch im Pazifik massiv überfischt. Den Menschen vor Ort wird so die wichtigste Nahrungsquelle genommen.
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Um diese Missstände zu bekämpfen, ist Greenpeace auch in dieser Region seit einigen Jahren verstärkt aktiv. Neben der Einrichtung von Schutzgebieten ist die Reduzierung der Thunfisch-Fischerei um 50 Prozent unerlässlich. Auch müssen endlich faire Fischereiabkommen her. Für die Erlaubnis, in den Hoheitsgewässern der pazifischen Inselstaaten zu fischen, zahlen die Flotten durchschnittlich nur fünf Prozent dessen, was der Thunfisch auf dem Weltmarkt wert ist.

Das Greenpeace-Flaggschiff Esperanza ist derzeit im Pazifik, um für den Schutz des Thunfisches und die Einrichtung von Schutzgebieten zu kämpfen. Dabei inspizierten die Aktivisten den Frachtraum des taiwanesischen Fischereischiffes Nian Sheng 3 und fanden ein Dutzend Säcke mit gefrorenen Haifischflossen und -schwänzen. Im West- und Zentralpazifik verenden jedes Jahr rund eine Million Haie als Beifang an den Haken der Langleinen von Thunfischfängern. Die Flossen werden abgeschnitten. Der Rest des Tieres wird wieder über Bord geworfen - oftmals noch lebend.

Um politische Unterstützung zu sammeln und den Inselnationen den Rücken zu stärken, besuchte die Crew mehrere der 17 kleinen Inselstaaten. Bei einem Stopp auf den Salomonen Inseln diente die Esperanza als Plattform für einen Runden Tisch zwischen dem Umweltminister, Vertretern des Fischereiministeriums, den Kontrollbehörden und Greenpeace.

Wieder auf See traf die Esperanza einen Langleinen-Fischer. Beim Einholen seiner Leine waren die Greenpeace-Aktivisten zur Stelle. Sie begannen einige Fische und eine unter Schutz stehende Grüne Bastardschildkröte zu befreien. Der Kapitän des Langleiners ermöglichte unseren Aktivisten nach einigen Verhandlungen, alle noch lebenden Tiere zu befreien, die sich an der Leine verbissen hatten. Als erstes tauchte ein fast 2,5 Meter langer Blauer Marlin auf, gefolgt von Haien und anderen Fischen, die schließlich alle wieder in die Freiheit entlassen wurden. Ein kleiner, aber sehr motivierender Erfolg. Die Esperanza wird noch einige Wochen im Pazifik unterwegs sein. Schauen Sie in unsere News!

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