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Tristan Rock Lobster auf einem der Gipfel des Mount Vema
© Richard Barnden / Greenpeace

Meeresschutzgebiete und 30x30-Ziel: Wo Meere Schutz brauchen

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Bis 2030 sollen 30 Prozent der Meere wirksam geschützt sein. Ein neuer Greenpeace-Report anlässlich der UN-Weltnaturkonferenz (CBD COP17) zeigt, wo im Atlantik Schutzgebiete fehlen – und wie elf neue Gebiete helfen könnten, das 30x30-Ziel zu erreichen.  

Ein Buckelwal taucht auf, stößt eine Fontäne aus und verschwindet nach einem kräftigen Atemzug wieder in den Tiefen des Atlantiks. Seine Wanderung führt ihn durch riesige Meeresgebiete, vorbei an Frachtrouten und Fanggebieten der industriellen Fischerei. Gerade auf der Hohen See, weit entfernt von den Küsten und außerhalb nationaler Hoheitsgewalt, fehlt ihm vielerorts wirksamer Schutz.       

Das soll sich ändern: Das internationale 30x30-Ziel sieht vor, bis 2030 mindestens 30 Prozent der Ozeane als Schutzgebiete auszuweisen und die Artenvielfalt langfristig zu bewahren. Doch entscheidend ist nicht allein, wie viel Fläche geschützt wird, sondern welche konkreten Gebiete ausgewählt werden und wie diese miteinander vernetzt sind.                 

Elf neue Gebiete im Atlantik könnten entscheidende Schutzlücken schließen   

Ein jetzt veröffentlichter Greenpeace-Report zeigt in Bezug auf den Atlantik, wo angesetzt werden muss. Der Bericht identifiziert elf neue Gebiete, deren Schutz gemeinsam mit bereits vorgeschlagenen Schutzzonen ein Netzwerk schaffen könnte. Es würde mehr als 31 Prozent des Atlantiks abdecken. Anlass ist die UN-Weltnaturkonferenz (CBD COP17), auf der die Vertragsstaaten erstmals Bilanz zur Umsetzung der 2022 beschlossenen Ziele zum Schutz und der Wiederherstellung der biologischen Vielfalt ziehen. Eins der Ziele des Abkommens ist der effektive Schutz von mindestens 30 Prozent der Meeresflächen, das sogenannte „30x30-Ziel“.

Schutzbedürftig ist insbesondere die Hohe See. So bezeichnet man jene Teile der Weltmeere, die außerhalb der 200-Seemeilen Zone und somit der Rechtsprechung von Nationalstaaten unterliegen. Mit dem UN-Hochseeschutzabkommen gibt es seit Januar 2026 erstmals einen verbindlichen Rechtsrahmen, um ein globales Netzwerk von Meeresschutzgebieten zu schaffen. Nur mit Schutzgebieten auf der Hohen See wird es uns gelingen, 30% der Meeresflächen bis 2030 zu schützen. Doch die Zeit drängt, denn beim aktuellen Tempo würde es 265 Jahre dauern, 30 Prozent der Meere wirksam zu schützen. 

Vorschlag für ein Hochsee-Schutzgebietsnetz, das 30% des Atlantiks umfasst

Wie dringend gehandelt werden muss, zeigen die Risiken für Meerestiere: Beispielsweise liegen mehr als 80 Prozent der Lebensräume, in denen Lederschildkröten einem hohen Beifangrisiko ausgesetzt sind, derzeit außerhalb der vorgeschlagenen Schutzzonen. Das von Greenpeace erarbeitete Netzwerk könnte mehr als 36 Prozent dieser Risikogebiete absichern. Auch für Buckelwale wäre es ein Durchbruch: Fast 44 Prozent der Gebiete mit überdurchschnittlich hohem Kollisionsrisiko mit Schiffen würden einbezogen.

Wandernde Arten wie Wale, Thunfische, Haie oder Schildkröten legen zum Teil enorme Strecken durch ganze Meeresbecken zurück, es gibt Hotspots reger Betriebsamkeit und regelrechte Einöden. Schutzgebiete müssen dieser Vielfalt Rechnung tragen. Auf dem Festland sind Naturschutzgebiete mehr oder weniger Inseln inmitten bewirtschafteter Flächen. Die geplanten Meeresschutzgebiete im Atlantik hingegen sind als großflächige Netzwerke ausgelegt, mit ausgewiesenen Bereichen dazwischen, in denen der Mensch Wirtschaft betreiben darf. Die Schutzgebiete selbst sollen von direkten menschlichen Eingriffen verschont bleiben.

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/echter-meeresschutz-jetzt

Echter Schutz für mindestens 30% unserer Ozeane!

Das Herz unseres Planeten ist in Gefahr! Trotz neuem UN-Schutzabkommen bedrohen Überfischung und Tiefsee-Bergbau unsere Ozeane. Ein Vertrag allein rettet keine Wale – wir müssen jetzt Druck machen! Unterschreibe auch du die Petition „Mission 30x30: Lebensraum Meer“ Danke!

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Das 30x30-Ziel beim Meeresschutz

Ein Rückblick auf die Entwicklung des 30x30-Ziels: 

  • Die Zielsetzung von „mindestens 30 Prozent“ Schutzgebieten formulierte 2016 derWeltkongress für Naturschutz, dieGeneralversammlung der IUCN. Der Weltnaturschutzdachverband IUCN (für „International Union For The Conservation Of Nature“) ist die größte und wichtigste internationale Naturschutzorganisation, zusammengesetzt aus Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen. 
  • Im Anschlussverpflichtete sich die Europäische Union 2020, bis 2030 mindestens 30 Prozent ihrer Land- und Meeresflächen unter Schutz zu stellen. 
  • Im Jahr 2022 folgte ein globaler Meilenstein: 196 Staaten einigten sich mit dem Kunming-Montreal-Abkommen verbindlich auf das 30x30-Ziel für Land- und Meeresflächen. 
  • Das UN-Hochseeschutzabkommen ist das entscheidende Instrument, um dieses Ziel für die Meere umzusetzen. Nur mit gesunden Meeren und Wäldern mit einem geschützten Artenbestand kann sich der Planet der voranschreitenden Klimakrise entgegenstemmen. 

Welche Meeresgebiete sind besonders schützenswert?

Doch wie entscheidet man, welche 30 Prozent besonders schützenswert sind? Bereits 2019 veröffentlichten führende Wissenschaftler:innen der Universität York, der Universität Oxford und von Greenpeace International einen Vorschlag zum Schutz internationaler Gewässer, der alle Weltmeere umfasst („30x30: A Blueprint for Ocean Protection“).. Darauf aufbauend veröffentlichte Greenpeace International 2023 einen weiteren Bericht, um in diesem Netzwerk besonders schützenswerte Gebiete der Hohen See näher zu beleuchten – mitsamt ihrer Artenvielfalt und dem Nutzungsdruck, dem sie ausgesetzt sind. Der neue Report von 2026 fokussiert nun noch einmal besonders auf Gebiete im Atlantik.  

„Was diese Forschung so wertvoll macht, ist ihr ganzheitlicher Ansatz für ein lebendiges Netzwerk an Schutzgebieten“, sagt Jenny Neuhaus, Greenpeace-Expertin für Meere. „Im Kern geht es darum, Lebensräume mit hoher biologischer Vielfalt, Wanderrouten von Arten und besonders schützenswerte Ökosysteme miteinander zu verweben, sodass sie nachhaltig dem Erhalt der biologischen Vielfalt dienen.“
Im Atlantik gibt es bisher keine vollständig oder hochgradig geschützten Gebiete – mit dem neuen Report zeige Greenpeace, wie sich das sinnvoll ändern ließe: „Der neue Report zeigt, wo zusätzliche Schutzgebiete im Atlantik besonders viel bewirken könnten. Jetzt müssen die Staaten die vorgeschlagenen Gebiete weiterentwickeln, bestehende Schutzgebiete wirksamer machen und die Lücken im Schutz der Hohen See schließen. So kann der Atlantik einen entscheidenden Beitrag zum globalen 30x30-Ziel leisten.“

Unsere Erde braucht gesunde Meere

Im Einsatz gegen die Klimakrise braucht die Menschheit gesunde Meere mit dem gesamten Potenzial ihrer Artenvielfalt. Die Hohe See bedeckt zwei Drittel der gesamten Meeresfläche und macht  90 Prozent ihres Volumens aus. Damit bietet sie einen gigantischen Lebensraum, dessen Artenvielfalt wir endlich wirksam schützen müssen – auch um unserer selbst Willen. Die Meere und ihre Lebewesen produzieren etwa die Hälfte des Sauerstoffs auf unserem Planeten und stabilisieren zudem das Klima: Sie absorbieren rund 30 Prozent der menschlichen CO2-Emissionen und mehr als 90 Prozent der menschengemachten Wärme aus der Atmosphäre. Zudem hängt die Lebensgrundlage von Milliarden Menschen – durch Nahrung und Einkommen – weltweit direkt von gesunden Meeren ab.

Kurz erklärt

Was sind Meeresschutzgebiete?

Text

Meeresschutzgebiete sind ausgewiesene Flächen, die Meeresbewohnern als Rückzugsräume dienen und deren Lebensräume vor menschlichen Eingriffen schützen sollen.

Neben lokalen Arten profitieren wandernde Arten wie Wale oder Meeresschildkröten vor allem dann von Schutzgebieten, wenn diese über die Wanderkorridore hinweg miteinander vernetzt sind. Insbesondere Regionen, in denen sich Arten paaren oder ihre Jungen großziehen, sind elementare Schutzgüter für den Erhalt der Artenvielfalt. 

Ziel ist es, marine Ökosysteme und ihre Artenvielfalt langfristig zu schützen und die Widerstandsfähigkeit der Meere zu stärken. Denn nur gesunde und resiliente Meere können die starken Umwelteinflüsse der Klimakrise auffangen und dazu beitragen, unser globales Klima zu stabilisieren. 

Guter Meeresschutz braucht eine stabile und langfristige globale Zusammenarbeit, die menschliche Eingriffe und Nutzungen entweder gänzlich untersagt oder zumindest stark reguliert. Ein auf dem Papier ausgewiesenes Meeresschutzgebiet kann in der Praxis nur dann seine Schutzwirkung entfalten, wenn regelmäßige Kontrollen und langfristige Maßnahmen tatsächlich durchgeführt und umgesetzt werden. 

Ein Netz für den Atlantik

Ein Netz für den Atlantik

Wo Schutzgebiete auf der Hohen See jetzt Lücken schließen müssen - deutsche Zusammenfassung

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30x30 Ozeanvertrag-Schutz auf See – Deutsche Zusammenfassung

30x30 Ozeanvertrag-Schutz auf See – Deutsche Zusammenfassung

Mit diesem Bericht legt Greenpeace einen Plan vor, wie wir das große Ziel erreichen können, ab 2030 mindestens 30 Prozent der Hohen See unter Schutz zu stellen.

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Zusammenfassung: Ein Greenpeace-Plan für Meeresschutzgebiete

Zusammenfassung: Ein Greenpeace-Plan für Meeresschutzgebiete

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