Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Der Tag des Ozeans: Das Meer ist in Gefahr!

Der 8. Juni ist der Internationale Tag des Ozeans. Er ist dem Schutz der Meere und seinen Bewohnern gewidmet. Dem größten und vielfältigsten Lebensraum unserer Erde drohen zahlreiche Gefahren: Durch mehr CO2 in der Atmosphäre, gelangt auch mehr Kohlendioxid ins Meer. Das Meer versauert. Rücksichtslose Überfischung und zerstörerische Fangmethoden bringen viele Fischarten an den Rand der Ausrottung. Und auch die größten Meeresbewohner, die Wale und Delfine, sind bedroht.

  • /

Japan hatte auf dem diesjährigen Treffen der Internationalen Walfang-Kommission (IWC) wieder einmal versucht das Moratorium für den kommerziellen Walfang zu kippen - zum Glück ohne Erfolg. Aber unter dem Vorwand, die Wale zu erforschen, werden die Japaner wohl auch in diesem Jahr wieder auf wissenschaftlichen Walfang gehen und zahlreiche Wale abschlachten.

Vermarkten und verkaufen dürfen sie dieses Walfleisch allerdings nicht. Das hat das Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) am vergangenen Mittwoch klargestellt. Japan hatte bei CITES den Antrag gestellt, wieder mit Walfleisch handeln zu dürfen. Seit 1997 ist es der 15. Antrag dieser Art. 15 Mal ist Japan damit gescheitert. Japan sollte endlich erkennen, dass die Zeit für Geschäfte mit Walfleisch vorbei ist.

Mit Delfinfleisch will niemand handeln. Sie verenden oft in den Netzen der riesigen Fischtrawler. Oder man fängt sie für die immer beliebter werdenden Delfinarien. Erst am Mittwoch dieser Woche wurden auf den Salomonen, einem Inselstaat im Südpazifik, 20 Delfine illegal gefangen. Ein kanadischer Geschäftsmann benötigt sie für seinen Delfin-Park auf der Salomon-Insel Gavutu. Ihm wird vorgeworfen, dass zuvor die Delfine in seinem Park verhungert sind.

Eigentlich gibt es auf den Solomonen ein Handelsverbot für Delfine. Doch mit den niedlichen Tieren lässt sich so viel Geld verdienen, dass die Regierung offensichtlich wegschaut: Ein dressierter Delfin kostet 30.000 US-Dollar.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Bedrohte Tiefsee

Der Wettlauf um die Ressourcen auf dem Meeresboden hat begonnen. Grund ist der große Hunger der Hightech-Industrie nach Kobalt, das sich in den Manganknollen in tausenden Metern Tiefe befindet. So wird der Tiefseebergbau eine der schwerwiegendsten neuen Bedrohung für unsere Ozeane, noch bevor wir ihre sensiblen Ökosysteme und ihre Prozesse überhaupt verstanden haben.

Haie unter Attacke

Obwohl sie sich „Schwertfischfischerei“ nennt, wird dabei im Nordatlantik hauptsächlich eins gefangen: Haie. Entweder absichtlich, oder als Beifang, zeigt dieser Greenpeace-Report.2017 zum Beispiel kam auf 1 Kilo Schwertfisch 4 Kilo Hai.

Mehr zum Thema

Javier Bardem für Meeresschutz

Das Leben in den Weltmeeren ist bedroht. Deswegen appelliert Schauspieler Javier Bardem gemeinsam mit Greenpeace an die Delegierten der UN, sich für die Ozeane stark zu machen. 

Plastikflut in der Sargassosee

Seepferdchen, Meeresschildkröten, Aale: Die Sargassosee ist das Zuhause für viele Meeresbewohner. Doch diese sind zunehmend von Plastikmüll, Überfischung und Schiffverkehr bedroht.

Tote Zonen in Strandnähe

Vor der Ostseeküste lässt Sauerstoffmangel Meeresorganismen absterben. Das liegt auch an der Gülleflut aus der Landwirtschaft, zeigen die Ergebnisse einer Greenpeace-Messtour.