Verschwendete Lebensmittel

In Nordamerika und Europa wirft jeder Verbraucher im Schnitt zwischen 95 und 115 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr in den Müll, in den armen Ländern sind es hingegen lediglich zwischen sechs und elf Kilogramm.
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Doch es sind nicht nur die Verbraucher, sondern vor allem Lebensmittelverarbeiter und Supermärkte Schuld an der Verschwendung. Auf der Verarbeitungs- und Handelsstufe werden laut FAO 12 Prozent der Backwaren, 12 Prozent Obst und Gemüse und sogar 24 Prozent des Fischfangs weggeschmissen.

Diese Zahlen belegen: Mit einem Bruchteil der Nahrungsmittel, die jährlich in den reichen Ländern von Handel und Verbrauchern weggeschmissen werden, könnten alle Hungernden satt gemacht werden. Nun werden viele sagen: Ob ich hier etwas in meinen vollen Bauch stecke oder in den Abfall schmeiße, ist doch für den Hungernden in Burkina Faso egal.

Der Zusammenhang zwischen Nahrungsmittelverschwendung und Nahrungsmangel ist zwar weder einfach noch direkt, aber er ist trotzdem da. Denn auf einem globalisierten Nahrungsmarkt mit international gehandelten Produkten beziehen reiche und arme Länder Nahrungsmittel aus derselben Quelle.

Die Vergeudung hierzulande geht zu Lasten des begrenzten Ackerlandes der Welt. Wenn wir weniger Lebensmittel verschwenden, werden dadurch landwirtschaftliche Flächen frei, die für andere Zwecke eingesetzt werden können. Wenn wir auf den Weltmärkten weniger Getreide in den Müll werfen oder wenn wir weniger Ethanol-Agrosprit für unsere Autos nachfragen, so steigen die Getreidevorräte und die Preise für Weizen und Mais sinken - nicht nur an der Börse, sondern auch beim Bäcker in Dakar oder Mexiko.

Für Menschen in armen Ländern, die anders als wir einen hohen Anteil ihres verfügbaren Einkommens für Lebensmittel ausgeben müssen, sind die hohen Nahrungsmittelpreise schnell existenzbedrohend.

Die globale Lebensmittelverschwendung hat aber auch noch eine andere Dimension. Es werden unnötig Ressourcen in großem Ausmaß verschwendet: Wasser, Land, aber auch Arbeitskräfte und Kapital. Und beim Anbau nicht konsumierter Lebensmittel werden unnötig riesige Mengen an Klimagasen frei. Denn zwischen 16 und 32 Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen sind auf die Landwirtschaft zurückzuführen. Werden deren Produkte nicht konsumiert, sondern weggeworfen, entsteht eine unnötige Klimabelastung. Bis zu 10 Prozent der globalen CO2-Emissionen könnten eingespart werden, wenn wir weniger verschwenden würden.

Sehen Sie dazu den Film: Taste the waste

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