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Schwerer Ölunfall in Ecuador

Die derzeit einzige Rohölpipeline Ecuadors ist am Dienstag gravierend beschädigt worden. Rund 50 Kilometer östlich der Hauptstadt Quito sind in den Anden vermutlich schwere Baumaschinen mit der Pipeline kollidiert. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters hat die Betreiberfirma Petroecuador mitgeteilt, dass es wegen eines Bruches zu einem drastischen Druckabfall in der Leitung gekommen sei.

Wenig später wurde der Öltransport gestoppt und die Pumpen abgestellt. Schätzungsweise bis zu 1,6 Millionen Liter giftiges Rohöl sollen ausgelaufen sein. Sie haben ein Trinkwasserreservoir für die Einwohner Quitos unbrauchbar gemacht. Bis zu 40 Prozent der Hauptstadtbewohner müssen nun notversorgt werden.

Fachleute nehmen an, dass Baugeräte für eine nahe gelegene neue Pipeline, die so genannte OCP-Pipeline, den Schaden an der SOTE-Leitung (Sistema Oleoducto TransEcuatoriana) verursacht haben können. Das umstrittene OCP-Projekt verläuft teilweise neben der alten Pipeline. Der größte Kreditgeber für die neue OCP-Leitung ist die Westdeutsche Landesbank (WestLB), deren größter Anteilseigner das Land Nordrhein-Westfalen ist. Die SOTE-Leitung ist bereits 30 Jahre alt. In den letzten drei Jahren lief vierzehn Mal Öl aus; seit 1970 traten etwa 74 Millionen Liter Öl unkontrolliert aus. Laut der Umweltorganisation Accion Ecologica kamen entlang der Pipeline bisher 30 Menschen zu Tode, Dutzende weitere wurden verletzt oder werden vermisst.

Der Unfallort liegt im über 400.000 Hektar großen Ökologischen Schutzgebiet Cayambe Coca, durch das beide Ölpipelines (SOTE und OCP) verlaufen. Das Schutzgebiet erstreckt sich an der Ostflanke der Anden in Höhen von 600 bis fast 6000 Meter und gilt als das artenreichste Schutzgebiet Ecuadors. Die durch den Unfall in Mitleidenschaft gezogenen Gewässer beherbergen eine einmalige und noch weitgehend unerforschte Flora und Fauna, darunter sehr seltene Entenarten (Torrent Ducks), die durch die katastrophale Ölverseuchung vermutlich ausgelöscht wurden.

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