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Klimaschutz bleibt hinter Interessen der Autoindustrie zurück

Bundeskanzlerin Merkel und der französische Staatschef Sarkozy haben sich am Montag auf Eckwerte zur künftigen EU-Abgasgesetzgebung geeinigt. Die ohnehin schon laschen Vorgaben wurden weiter verwässert.

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Die deutsche Autoindustrie hat sich auf ganzer Linie durchgesetzt, kommentiert Wolfgang Lohbeck, Verkehrsexperte von Greenpeace. Alle Punkte, bei denen eine weitere Aufweichung überhaupt möglich war, wurden weiter verwässert.

So wird die Höhe der Grenzwerte durch die Anrechnung sogenannter Ökoinnovationen de facto nach oben geschraubt werden. Außerdem wird die Einführung dieser ohnehin nahezu bedeutungslosen Grenzwerte um weitere Jahre verschoben. Mögliche Strafzahlungen werden weiter gesenkt, von Fernzielen im Bereich Spritverbrauch und CO2-Ausstoß kann keine Rede mehr sein.

Wieder einmal hat die deutsche Autoindustrie es geschafft, dass ein neues Gesetz nicht Vorgaben macht, sondern nur noch nachvollzieht, was sie ohnehin zu tun gedenkt, nach dem Motto: das Gesetz bin ich, bemängelt Lohbeck.

Die Autoindustrie hat die Chance vertan, sich an die Spitze einer neuen Autokultur zu setzen und damit ihren Vorsprung auch für eine Zukunft zu sichern, in der nicht mehr schwere Spritschlucker für premium stehen, sondern intelligentere, leichte und sparsame Autos.

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