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E$$O heizt den Klimawandel an

Greenpeace-Aktivisten haben sich am Freitagmorgen in Australien an einen Tanker gekettet. Das Schiff sollte Öl für eine von E$$O betriebene Raffinerie im Süden des Landes liefern. Bei der Ladung handelt es sich um so genanntes Schieferöl, das im experimentellem Stuart Project ganz in der Nähe zum weltberühmten Great Barrier Riff gewonnen wurde.

Aktivisten gelang es, sich an die Ankerkette zu ketten und es war unmöglich den Anker zu lichten. Der Tanker konnte nicht - wie vorgesehen - an der Raffinerie festmachen. Weitere Aktivisten entrollten Banner: E$$O - die Nr. 1 der Klimaverbrecher und Kauft nicht bei E$$O!. Die Aktion wurde von der Polizei beendet. Acht Greenpeacer kamen kurzzeitig in Gewahrsam.

E$$O ist zurzeit der größte Klimaverbrecher weltweit, sagt Garetz Walton, Klimaexperte bei Greenpeace. Die Firma leugnet den Zusammenhang zwischen Treibhausgasen und dem Klimawandel. Außerdem beeinflusste sie die Entscheidung der US-Regierung, aus dem Kyoto-Klimaabkommen auszusteigen. E$$O hält es nicht für nötig, auch nur einen einzigen Cent in erneuerbare Energien wie Windkraft oder Sonnenenergie zu investieren.

Stattdessen steckt der Petrogigant lieber sein Geld in die umstrittene Schieferöl-Produktion in Australien. Dadurch verdoppelt sich die Menge der Treibausgas-Emissionen down under. So wird zu mehr und schwerwiegenderen Trockenperioden und Buschfeuern beigetragen. Aber auch das Great Barrier Riff, das von der UNO als Weltnaturerbe anerkannt wurde, ist einem erhöhten Risiko ausgesetzt. E$$O ist derzeit die einzige Ölfirma in Australien, die Schieferöl kauft. Andere Firmen wie BP, Caltex oder Shell haben darauf verzichtet.

Das Stuart Project zur Schieferölgewinnung wurde von dem kanadischen Bergbaukonzern Suncor 2001 aus der Taufe gehoben. Bedenken wegen seiner Umweltverträglichkeit oder Zweifel an seiner finanziellen Absicherung blieben dabei unberücksichtigt. Inzwischen sucht der Betreiber, die Firma Southern Pacific Petroleum (SPP), händeringend nach einem neuen Partner, mit dessen Hilfe das bisherige Pilot-Projekt zu einem wirtschaftlich einträglichen Unternehmen wachsen soll. SPP ließ durchblicken, dass Verhandlungen mit Unternehmen in Asien und Nordamerika geführt würden.

 Jede Firma, die dabei hilft, diese umweltverseuchende Industrie zuentwickeln, stößt auf den erbitterten und umfassenden Widerstand derÖffentlichkeit, warnt Walton. Es ist nicht nur ein Desaster für die Umwelt, sondern das Stuart Project hat sein Budget um 100 Millionen Dollar überzogen, hängt drei Jahre hinter dem Zeitplan zurück und hat immer wieder mit technischen Problemen zu kämpfen. Außerdem verschlingt es Millionen von Dollar an Subventionen von der Regierung.

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