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Neu-Delhi: Öl vor Klimaschutz

Mit der Deklaration von Delhi ist gestern die zehntägige UN-Klimakonferenz zuende gegangen. Greenpeace betrachtet das Treffen trotz magerer Ergebnisse insgesamt als weiteren Schritt zum Inkrafttreten des internationalen Klimaabkommens.

Besonders das konstruktive Auftreten Kanadas wird von der Organisation hervorgehoben. Doch die Umweltschützer üben auch scharfe Kritik: Eigeninteressen und Kurzsichtigkeit der Vereinigten Staaten und Saudi Arabiens hätten dem Profit Vorrang erteilt vor dem Leben und Überleben von Millionen Menschen in aller Welt.

Steigende Meeresspiegel, zunehmende Dürrewellen, Überflutungen und Krankheiten wie Malaria kosten Millionen von Dollar und Leben, sagte Steve Sawyer von Greenpeace. Die Menschen werden nicht vergessen, dass die USA alle internationalen Bemühungen, den gefährlichen Klimawandel zu verhindern, fortwährend untergraben haben. Ziel der Konferenz war es zu klären, wie das Kyoto-Protokoll zum internationalen Klimaschutz umgesetzt werden soll. Das Protokoll legt fest, dass die Industriestaaten bis zum Jahr 2012 den Ausstoß von Treibhausgasen um 5,2 Prozent gegenüber 1990 verringern müssen.

Die Delegierten verhandelten darüber, welche finanziellen Mittel vor allem Entwicklungsländer erhalten sollen, um sich an die Klimaerwärmung anpassen zu können und wie globale Gerechtigkeit beim Klimaschutz gestaltet werden soll. Die Abschlussdeklaration bezeichnet Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid als windelweich und ohne Visionen: Die Erklärung enthält nichts, was den Klimaschutz voranbringt oder hilft, die Zunahme von Wetterkatastrophen aufzuhalten. Jetzt richten sich alle Augen auf Russland. Sobald Moskau das Kyoto-Protokoll ratifiziert hat, kann das Abkommen auch ohne die USA in Kraft treten.

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