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Weltbank: Schluss mit fossiler Energie und Urwaldzerstörung

Greenpeace hat am Freitag der Weltbank anlässlich ihres Frühjahrstreffens Heuchelei vorgeworfen und sie aufgefordert, ihren Worten in Sachen Klimaschutz endlich Taten folgen zu lassen. Denn obwohl die Bank und ihr Präsident Paul Wolfowitz öffentlich bekunden, für wie gefährlich sie den Klimawandel halten, finanziert das Institut weiter Projekte, die genau dazu beitragen: die Förderung von fossilen Energieträgern wie Kohle, Öl und Gas und die Zerstörung von Wäldern.

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Weltbankpräsident Paul Wolfowitz bekräftigte erst im März, dass er die Projekte der Bank klimasicher machen wolle. Er bekannte auch, dass der Klimawandel die Ärmsten am stärksten treffe und diejenigen, die ohnehin schon am Abgrund leben, auslöschen könne.

Im Kontrast dazu stehen allerdings die Invesitionen der Weltbank: im letzten Jahr investierte die Organisation mehr als eine Milliarde US-Dollar in fossile Energien. Dem standen Ausgaben von nur 153 Millionen US-Dollar für regenerative Energieprojekte gegenüber. Da war die Bank schon mal besser: 1994 gab sie noch 270 Millionen US-Dollar für Erneuerbare aus.

300 Milliarden Dollar - jährlich

Dabei wären Investitionen in Erneuerbare dringend erforderlich, um den Klimawandel abzuwenden. In unserer Studie "Energie (R)Evolution" haben wir bereits im Januar vorgerechnet, dass es jährlich rund 300 Milliarden Dollar bedürfte, um die Weltenergieversorgung bis 2050 auf eine überwiegend nachhaltige Energieversorgung umzustellen und die CO2-Emissionen zu halbieren.

300 Milliarden Dollar jährlich - das klingt nach utopisch viel Geld. In Beziehung gesetzt zum Bruttoinlandsprodukt der Welt, das 2005 bei 44384,9 Milliarden Dollar lag (also mehr als 44 Billionen), relativiert sich die Zahl jedoch: Es bedürfte nicht einmal eines Hundertstels davon, um die Folgen des Klimawandels auf ein verkraftbares Maß zu begrenzen.

Greenpeace hat deshalb die Regierungen, die die Weltbank finanzieren, aufgefordert, keine weiteren Gelder für die Erschließung fossiler Energien mehr zur Verfügung zu stellen. Wer wie Großbritannien oder Deutschland als Vorreiter beim Klimaschutz gelten will, muss sicherstellen, dass die Weltbank das Geld der Steuerzahler auch sinnvoll verwendet, fordert Daniel Mittler, Politikberater von Greenpeace.

Urwaldzerstörung befeuert Klimawandel

Mitte dieser Woche haben wir außerdem die Studie Carving up the Congo veröffentlicht. Die Demokratische Republik Kongo (DRC) beherbergt die letzten größeren unberührten Urwälder Afrikas, die jedoch von Holzfällern skrupellos ausgebeutet werden. Gegenleistung für die lokale Bevölkerung sind häufig nicht mehr als ein paar Säcke Salz oder Zucker. Größter Geldgeber dieser Art 'Entwicklung': Die Weltbank.

Die tropischen Regenwälder sind eine Verteidigungslinie gegen den Klimawandel, sagt Filip Verbelen, Waldexperte von Greenpeace International. Trotzdem werden in der DRC Millionen von Hektar Regenwald an die Holzindustrie verkauft - unter dem Banner der Beseitigung von Armut und Hunger. Wenn die Weltbank es ernst meint mit ihrer Rhetorik zum Klimawandel, muss sie der Forstindustrie im Kongo Einhalt gebieten und für den Schutz großer Teile des Urwaldes sorgen.

Kids for Forests appellieren an Weltbank

Am Freitag ging in Kamerun ein Aufforstungscamp der Kids for Forests zuende, an dem auch die Deutsche Lena Hörnlein teilnahm. Die Kids verlangten von der Weltbank in ihrer Abschlussdeklaration, nicht im Kongo die Fehler Kameruns und anderer Länder zu wiederholen, wo die Urwälder bereits zerstört sind. Bitte stoppen Sie den Krieg gegen die Wälder, heißt es in der Erklärung. Es ist ein Krieg gegen die Menschheit.

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