Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

VW stellt Produktion sparsamer Autos ein

Der VW-Konzern hat zu Ende Juni die Produktion des so genannten 3-Liter-Lupo eingestellt. Die Nachfrage sei gering, die Kosten zu hoch. Dass Autos sparsam und zukunftsfähig sein können, hat Greenpeace schon vor Jahren mit dem SmILE (Small, Intelligent, Light, Efficient) gezeigt. An einem solchen Auto ist VW aber nicht interessiert.

Ein Massenabsatz des 3-Liter-Lupo war nicht geplant, seine Rolle lediglich die eines Nischenfahrzeugs. Zudem kostete er 4.000 Euro mehr als das Basismodell des Lupos. Zum gleichen Preis bekam man einen voll ausgestatteten Polo oder einen Golf mit Grundausstattung. Für Käufer gab es keinen Preisanreiz.

Günter Hubmann, Verkehrsexperte von Greenpeace, kritisiert: Die VW-Strategie, den Wunsch nach sparsamen Autos abzuwürgen, scheint aufzugehen. Geringe Stückzahlen, viel zu teuer, eine Dieseltechnik ohne Rußfilter - offensichtlich hatte der Konzern von Anfang an nur ein Ziel: Er wollte die Forderung an die Autoindustrie unterdrücken, den Verbrauch der gesamten Autoflotte erheblich zu verringern. Jetzt kann VW ein sparsames Auto als nicht machbar, zu teuer, zu aufwändig und unverkäuflich darstellen.

Das Konzept des 3-Liter-Lupos sah nicht vor, den Verbrauch eines Benzinmotors zu senken. VW setzte stattdessen auf die Krebs erregende Dieseltechnik ohne Rußfilter. Sichere Arbeitsplätze lassen sich aber nur mit zukunftsorientierten Produkten schaffen. Und zukunftsfähig ist eine Fahrzeugflotte nur, wenn sie wenig verbraucht, Hubmann weiter.

Schon im Oktober 2000 wurde von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Wien das Greenpeace-Auto SmILE als bestes Beispiel für eine nachhaltig umweltverträgliche Technik im PKW-Bereich ausgezeichnet. Hubmann: Der von Greenpeace präsentierte Twingo SmILE mit hochaufgeladenem Benzinmotor beweist seit zehn Jahren, dass sich der Benzinverbrauch von allen Automodellen um 50 Prozent verringern lässt. (Autorin: Ute Szczepanski)

Weiterführende Publikationen zum Thema

Bilanztricks bei der LEAG

Die Zahlen sind alarmierend: dem Lausitzer Braunkohlekonzern LEAG fehlen Milliarden für die Renaturierung. Zu diesem Schluss kommen die Wirtschaftsprüfer von Cordes + Partner in einer von Greenpeace beauftragten Stellungnahme.

Mehr zum Thema

Gradwanderungen

Die Erderhitzung lässt sich bei 1,5 Grad stoppen, doch auch das wird die Welt verändern, so der Weltklimarat. Über dessen neuen Bericht spricht Greenpeace-Experte Christoph Thies.

Fahrplan für die Zukunft

Während die Kohlekommission darum ringt, wann welches Kraftwerk vom Netz geht, rechnet Greenpeace vor: So geht die Energiewende; auch ohne Kohle hat Deutschland immer genug Strom.

So werden Sie Waldretter

Wald oder Kohle: Das ist gerade die Frage in dem kleinen alten Waldstück Hambacher Forst. Damit RWE es nicht rodet, kann jeder ein Zeichen setzten – hier sind 10 Tipps.