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Greenpeace-Protest in Durban

Mächtige Konzerne treiben Klimawandel voran

Hört auf die Menschen, nicht auf die Verschmutzer steht auf dem Banner, das Greenpeace-Aktivisten am Durban Protea Hotel befestigt hatten. Dort treffen sich am 5. Dezember 2011 die Vorstände zahlreicher Industriekonzerne - weil in Durban gerade die UN-Klimaverhandlungen stattfinden. Etwas, was Konzerne gerne im Blick behalten.

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Die Aktivisten wurden vorübergehend festgenommen, doch die Botschaft bleibt: Die Politik soll sich endlich dem Einfluss mächtiger Konzerne entziehen und zum Schutz künftiger Generationen den Klimawandel aufhalten. Denn ein Greenpeace-Report zeigt, wie BASF, Shell und Co. politischen Klimazielen entgegenarbeiten und schärfere Klimaschutzgesetze verhindern wollen.

61.500 US Dollar hat BASF bei den Zwischenwahlen 2010 in den USA an solche Kandidaten gegeben, die eine Klimagesetzgebung für die USA verhindern wollten, schreibt Martin Kaiser, Leiter Internationale Klimapolitik bei Greenpeace, im Blog. Es ist ein Beispiel von vielen - gelistet im Report Who's holding us back?. Und sie sind auch in Durban dabei - die Vorstände der Firmen, die mit ihren CO2-Emissionen besonders stark zum Klimawandel beitragen. Dirty Dozen, die dreckigen Zwölf, nennt Greenpeace International die schlimmsten Verursacher - darunter Eskom, BASF, ArcelorMittal, BHP Billiton, Shell and Koch Industries.

Sie treffen sich im Schatten der lebenswichtigen UN-Konferenz. Diese Dirty Dozen sollten sich schämen: Sie untergraben die globalen Klimaverhandlungen, die wichtig sind, um Leben, Wirtschafts- und Lebensräume zu retten, sagt Kumi Naidoo, Geschäftsführer von Greenpeace International. Kurzfristige Profitinteressen vor den Schutz von Menschen zu setzen, ist moralisch verwerflich. Die Politik muss den Konzernen, die ein Scheitern der Klimaverhandlungen begrüßen würden, die Tür weisen. Unsere Kinder und ihre Kinder verdienen nichts weniger.

Auf den Einfluss der Wirtschaft auf die internationale Klimapolitik hatten Greenpeace-Aktivisten auch am vergangenen Freitag hingewiesen: Sie hängten Plakate an den Straßen in Durban auf. Zu sehen waren Politiker wie Obama oder der EU-Kommissionspräsident Barroso, deren Köpfe aus den Logos großer Konzerne zusammengesetzt waren.

Und auch am Samstag war auf einer großen Demonstration die Botschaft: Listen to the people, not the polluters (Hört auf die Menschen, nicht auf die Verschmutzer).

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