Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Klimaschutz jetzt: Tempo 120 auf der A67

Wo die Politik nicht handelt, tut es Greenpeace! Am Mittwochmorgen stellten Greenpeace-Aktivisten an einem rund 35 Kilometer langen Abschnitt der Autobahn A67 zwischen den Auffahrten Rüsselsheim Ost und Lorsch Verkehrsschilder für den Klimaschutz auf. Auf den 15 Verkehrsschildern steht 120 - Klimaschutz.

  • /

Seit April 2007 hat Greenpeace auf verschiedenen Teilstücken deutscher Autobahnen eine Geschwindigkeitsbeschränkung eingeführt und übernimmt so die Aufgabe von Bundesverkehrsministern Wolfgang Tiefensee. Der weigert sich bislang, ein flächendeckendes Tempolimit in Deutschland einzuführen. Durch diese Maßnahme könnten die CO2-Emissionen von PKW auf deutschen Autobahnen sofort um neun Prozent gesenkt werden!

Deutschland leistet sich als einziges Industrieland der Welt weiterhin unbeschränkte und CO2-treibende Raserei, sagt Marc Specowius, Verkehrsexperte von Greenpeace.Es ist ein ungeheurer Zynismus, dass Minister Tiefensee weiterhin ein Tempolimit blockiert. Er verantwortet damit Jahr für Jahr mehrere Millionen Tonnen Treibhausgase. Da die zuständigen Politiker bisher nichts tun wollen, handelt Greenpeace jetzt.

Auf 12.300 Kilometern Autobahn in Deutschland werden rund ein Drittel aller PKW-Kilometer gefahren. Zwei Drittel der Strecken haben nach Angaben der Bundesregierung keine Geschwindigkeitsbeschränkung. Ein allgemeines Tempolimit ist die schnellste und günstigste Maßnahme zur Reduzierung von Treibhausgasen im Verkehrsbereich. Keine andere direkte Maßnahme hat ein annähernd großes Potenzial. Rund 60 Prozent der deutschen Bevölkerung sind laut einer Forsa-Umfrage für ein Tempolimit auf Autobahnen.

Außerdem ist ein generelles Tempolimit ein notwendiges Signal an die Autoindustrie, endlich sparsamere Autos zu bauen. Wer sein Auto nicht voll ausfahren kann, braucht keine 250 Stundenkilometer Spitze! Die Autos der Zukunft haben leichtere Motoren, die Sicherheit der Insassen kann mit geringerem Aufwand und Fahrzeuggewicht sichergestellt werden. Dieses Downsizingder Fahrzeuge könnte die CO2-Emissionen von PKW in kürzester Zeit halbieren. So viel C02 lässt sich mit keinem der derzeit diskutierten CO2-Grenzwerte für Autos einsparen!

Wer behauptet, dass sei alles technisch gar nicht möglich, dem beweist Greenpeace das Gegenteil. Das Greenpeace-Auto SmILE (Small, Intelligent, Light, Efficient) hat bereits 80.000 Kilometer zurückgelegt und verbraucht im Durchschnitt 3 Liter auf 100 Kilometer. Das sind 50 Prozent weniger, als ein Vergleichsauto brauchen würde. Und das Beste: Jede Wagenklasse lässt sich nach den SmILE-Prinzipien konstruieren! Jetzt müssen die Verbraucher nur noch die Autohersteller überzeugen, dass sie solche spritsparenden Autos wollen!

Weiterführende Publikationen zum Thema

Hambacher Forst in der Krise

Der Hambacher Wald ist gefährdet - nicht nur durch die Bagger von RWE, sondern auch durch Hitze und Trockenheit. In der Studie untersuchen Wissenschaftler der Universität Eberswalde und vom Potsdam Institut für Klimaforschung, wie Klimawandel, das Mikroklima und die Lage am Rand riesiger Braunkohletagebaue sich gegenseitig negativ verstärkten.

Mehr zum Thema

Urwaldschutz - geht doch!

Russland stellt einen der letzten Urwälder Europas unter Schutz. Ein Erfolg, für den Greenpeace-Russland jahrzehntelang gekämpft hat.

Kein Geschäft mit Verbrechern

Der Regenwald steht in Flammen. Trotzdem will Deutschland seine Geschäfte mit Brasilien ausbauen. Zum Treffen mit Umweltminister Salles fordert Greenpeace: Mercosur aussetzen!

„Es ist besorgniserregend“

Noch eine schlechte Nachricht fürs Klima: Der Meeresspiegel steigt schneller als erwartet. Ein Interview zum IPCC-Sonderbericht Meere mit Greenpeace-Experten Karsten Smid.