Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Greenpeace-Vertreter vor den UN: Kyoto - tun Sie es!

In New York hat am Montag der Klimasondergipfel der Vereinten Nationen stattgefunden. Unter anderem sprach der Geschäftsführer des chinesischen Greenpeace-Büros, Lo Sze Ping. Er forderte die Regierungschefs der Welt auf, eine strenge Anschlussvereinbarung zum Kyoto-Protokoll vorzubereiten. Am Ende der Klimaverhandlungen dürfe keine Straße ins Nirgendwo stehen, keine Wunschliste.

  • /

Lo erinnerte daran, dass der Klimawandel sich schneller vollziehe als erwartet. Noch sei es nicht zu spät, aber wahrlich höchste Zeit. Wenn wir die Warnungen seriöser Wissenschaftler und Ökonomen ignorieren, wird uns das alle in große Gefahr bringen. Er appellierte an die Staats- und Regierungschefs, eine Energierevolution zu stützen und sich in Bali auf ein Mandat zu verständigen, das in eine erstarkte Weltklimapolitik unter Führung der Vereinten Nationen mündet.

Im Klimaschutz führen derzeit alle Wege nach Bali, wo Anfang Dezember die große UN-Klimakonferenz stattfindet. Auf verschiedenen internationalen Treffen sondieren die Ländervertreter seit längerem die Lage und suchen Verbündete für ihre eigene Klimapolitik. Auch der UN-Klimagifel in New York und George W. Bushs Gegengipfel in Washington am 27. und 28. September dienen letztlich diesem Zweck: Allianzen zu schmieden, beispielsweise für oder gegen strenge, verbindliche CO2-Einsparungsziele. Auf Bali werden dann die konkreten Verhandlungsziele festgelegt, das sogenannte Bali-Mandat.

Lo ging auch auf die Rolle Chinas ein. China steht im Mittelpunkt der Klimadebatte. Einer neuen Studie zufolge soll China inzwischen sogar der weltweit größte CO2-Verursacher sein. Dies hat den einen oder anderen zu der Aussage bewogen, China müsse im Klimaschutz zuerst handeln. Um es deutlich zu sagen: China handelt bereits.

Anfang Juni seien im nationalen chinesischen Klimaschutzprogramm Maßnahmen gegen den Klimawandel festgelegt worden. Das Programm verpflichte China zu konkretem Handeln, wie etwa bindende Ausbauziele für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Chinas Energieproduktion beruht zu 70 Prozent auf Kohle - 42 Prozent mehr als der Weltdurchschnitt. Damit muss Schluss sein. In China und weltweit müssen verstärkt erneuerbare Techniken eingesetzt werden.

Diese Technologien seien vorhanden. Lo Sze Ping: Die Regierungen müssen einfach nur mit ihrer Arbeit beginnen. Wir können es uns nicht leisten, über mehr Forschung zu reden, statt echte Maßnahmen zu ergreifen. Nur indem wir das Kyoto-Protokoll und nationale Gesetze für den Ausbau Erneuerbarer Energien und eine höhere Energieeffizienz stärken, schaffen wir das Investitionsklima, das eine Revolution für saubere Energie einleitet ... Kyoto - tun Sie es!

Weiterführende Publikationen zum Thema

Jobmotor Klimaschutz

Als erste Metastudie ihrer Art in Deutschland analysiert sie 25 Klimaschutz-Szenarien auf ihre ökonomischen Effekte. Zentrales Ergebnis der Metastudie: Ambitionierter Klimaschutz geht mit positiven ökonomischen Effekten einher, die Wachstum und Beschäftigung schaffen.

Vorfahrt für Klima- und Naturschutz

Klima- und Naturschutz sind die zentralen Herausforderungen der neuen Legislaturperiode. Die überfälligen Antworten auf die drängenden ökologischen Fragen muss die neue Koalition gleich für mehrere Politikfelder liefern - die Forderungen von Greenpeace an die kommenden Bundesregierung

Mehr zum Thema

Viel hilft viel

Die älteste Leier der deutschen Klimapolitik? „Man darf die Wirtschaft nicht überfordern.“ Nun zeigt eine Greenpeace-Studie: Mehr Klimaschutz schafft Jobs und Wachstum. 

Vor der Jahrhundertaufgabe

Nie gab es bei Klima- und Artenschutz so viel zu tun. Aktivist:innen erinnern die Verhandelnden der Ampelkoalition an ihre historische Verantwortung.

Klimakrise gefährdet Preise

Extremwetter kosten und belasten so die Preisstabilität im Euro-Raum. Eine Greenpeace-Studie zeigt, was die EZB tun sollte, um trotz Klimakrise ihrer Aufgabe gerecht zu werden.