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Führende Industrienationen steuern in die Klimakatastrophe

Greenpeace hat dem Gastgeber der G8-Umweltministerkonferenz in Potsdam, Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, eine Petition überreicht. Darin werden die G8-Staaten aufgefordert, konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz zu beschließen. Die Gelegenheit dazu bietet sich ihnen spätestens auf dem G8-Gipfel Anfang Juni in Heiligendamm/Mecklenburg-Vorpommern. Zuvor hatten Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten am Tagunsort der G8-Minister, Schloß Cecilienhof, protestiert.

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Das Schloß liegt idyllisch in der Nähe der Havel. Von dort näherten sich die Aktivisten. Ihre Botschaft: G8: Stop Talking - act now! (G8: Schluss mit Reden - handelt jetzt!). Acht Schwimmer blieben im Wasser und hielten Schilder mit der Forderung in der jeweiligen Landessprache der G8-Teilnehmer hoch. Andere Aktivisten erreichten mit Schlauchbooten den Uferstreifen vor der ehemaligen Hohenzollern-Residenz im englischen Landhausstil und entrollten Transparente. Startpunkt der Aktion war das Greenpeace-Schiff Beluga II, das in Sichtweite des Konferenzortes auf der Havel kreuzt.

Warum jetzt nur noch rasches Handeln beim Klimaschutz hilft, erklärt der Greenpeace-Energieexperte Jörg Feddern: Bush und Co. haben den Klimaschutz bisher verraten. Wir haben noch höchstens 13 Jahre Zeit, um die schlimmsten Auswirkungen der Klimazerstörung abzuwenden, aber ein Durchbruch für den Klimaschutz ist nicht einmal als Silberstreif am Horizont zu erkennen

Die führenden Industrienationen sind meilenweit von den verbindlichen Kyoto-Zielen entfernt, so Feddern weiter. Wenn nicht schnell etwas passiert, steuern wir geradewegs in die Klimakatastrophe. Der Durchbruch im Klimaschutz muss in Heiligendamm kommen.

Treibhausgas-Ausstoß steigt weltweit an

Noch kann sich niemand auf die Schulter klopfen und auf seine Einsparungen beim Treibhausgas-Ausstoß verweisen. Im Gegenteil: Der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen steigt weiter an. Am stärksten ist die Zunahme im Energiesektor. Was die wenigsten wissen: Ein Viertel der Emissionen stammt aus Waldzerstörung. Auch die G8-Staaten haben einen Anstieg zu verzeichnen, obwohl die Industrienationen laut Kyoto-Protokoll eigentlich bis 2012 zu Reduktionen verpflichtet sind.

Sollte es tatsächlich einmal zu einem nachweislichen Rückgang gekommen sein, so dass weniger Treibhausgase in die Atomosphäre gepustet wurden, dann liegt das größtenteils am Zusammenbruch der Wirtschaft in den ehemaligen Ostblockländern. In fast allen Ländern, die nicht davon profitierten, sind die Emissionen zum Teil dramatisch angestiegen.

Spitzenreiter ist Kanada mit 30 Prozent mehr Treibhausgasen als 1990, gefolgt von den USA (15,7 Prozent mehr), Italien (12,3 Prozent mehr) und Japan (7,7 Prozent mehr). Eine Ausnahme bildet Großbritannien, das als einziges Land eine nennenswerte Treibhausgas-verminderung aus eigener Kraft geschafft hat. Das Land pustet heute schon 15 Prozent weniger klimaschädliche Gase aus als 1990. Erreicht wurde das vor allem durch die Umstellung der Kohlekraftwerke auf Gas.

Klimaschutz jetzt! - ohne Wenn und Aber

Greenpeace fordert von den G8-Umweltministern konkret, den Treibhausgasausstoß ihrer Länder bis 2020 verbindlich um 30 Prozent zu senken. Dazu müssen sie die Energiegewinnung aus Kohle und Atom herunterfahren und die Nutzung der Erneuerbaren Energien aus Wind, Sonne und Biomasse ausbauen. Die Verfeuerung der Urwälder muss aufhören.

Vom G8-Gastgeberland Deutschland fordert Greenpeace, mit der Ankündigung von 40 Prozent Treibhausgasminderung ohne Wenn und Aber offensiv in den Klimakrisengipfel in Heilgendamm zu gehen.

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