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Eisbär vor dem Brandenburger Tor

Der Klimawandel ist keine Vision, kein in ferner Zukunft liegendes Ereignis. Er ist real. Sichtbar vorallem in der Arktis. Dort schmilzt das Eis - und zwar schneller als erwartet. Dieses schmelzende Eis holt Greenpeace zum Klimaaktionstag am 8. Dezember symbolisch nach Berlin. Aus einem vier Meter hohen Eisblock sägt der Aktionskünstler Christian Funk am Freitag vor dem Brandenburger Tor eine Eisbären-Skulptur.

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Sie soll eine Warnung sein, ein Mahnmal vor dem Klimawandel und seinen Folgen. Die Eisskulptur auf dem Platz des 18. März besteht aus Dutzenden Eisblöcken mit einem Gewicht von bis zu 900 Kilogramm. Sie wurden seit Donnerstagmorgen zu einem 15 Tonnen schweren Eisblock mit vier Meter Höhe, vier Meter Länge und anderthalb Meter Breite aufgestapelt. Der Eisbär soll zum bundesweiten Klimaaktionstag am Samstag fertig und bis Sonntag zu sehen sein.

Zum Klimaaktionstag am 8. Dezember wird weltweit aufgerufen - in Deutschland zum ersten Mal. Es wird zentrale Kundgebungen in Berlin und am Braunkohlekraftwerk Neurath bei Düsseldorf geben. Bundesweit werden tausende Menschen für mehr Klimaschutz demonstrieren. Damit fordern sie die Teilnehmer der UN-Klimakonferenz im indonesischen Bali auf, verbindliche Maßnahmen für einen umfassenden Klimaschutz zu beschließen.

Wie dringend das nötig ist betont auch Jörg Feddern, Klima-Experte von Greenpeace: Weltweit werden immer mehr Menschen unter den Folgen des Klimawandels leiden. Besonders deutlich sind sie schon in der Arktis zu sehen, daher ist der Eisbär ein Symbol für die Bedrohung. Wahrscheinlich schon in 30 Jahren wird die Arktis im Sommer eisfrei sein. Der Lebensraum in der Arktis schmilzt den Eisbären im wahrsten Sinne des Wortes unter den Tatzen weg.

Es bleibt wenig Zeit die Katastrophe noch aufzuhalten. Der aktuelle IPCC-Bericht gibt der Menschheit noch sieben bis zehn Jahre um eine Kehrtwende einzuleiten. Ansonsten lässt sich der globale Temperaturanstieg nicht mehr auf zwei Grad Celsius gegenüber vorindustrieller Zeit begrenzen.

Wir müssen heute anfangen, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, sonst drohen katastrophale Folgen, warnt Feddern. Auf Bali besteht jetzt die historische Chance, die Weichen für einen wirksamen Klimaschutz zu stellen.

Bei der UN-Klimakonferenz auf Bali verhandeln bis zum 14. Dezember rund 170 Staaten über ein Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls. Die Politker tun sich derzeit schwer, klare Reduktionsziele für CO2 zu beschließen - obwohl der IPCC-Bericht klar die menschliche Schuld am Klimawandel bestätigt. Die USA haben als weltweit größter Verursacher von Treibhausgasen das Kyoto-Protokoll bis heute nicht unterzeichnet.

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