Einkaufen im Klima-Supermarkt

Auch im Supermarkt lauern an vielen Ecken unerkannte Energiefresser. Tiefkühltruhen ohne Deckel oder Tür verschwenden sinnlos Energie, in vielen Supermärkten werden die großen Kühlregale außerdem noch mit Kühlmitteln betrieben, die die besonders klimaschädlichen FKW enthalten.
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Die Kaufentscheidung für Produkte mit einer guten Klimabilanz ist in aller Regel nicht möglich, weil die Transportmittel nicht auf den Waren ausgezeichnet sind. Wer weiß schon, ob der spanische Wein in Flaschen oder in Fässern und im LKW oder auf der Schiene nach Deutschland geliefert wurde? Wird chilenischer Wein per Luftfracht oder in Fässern per Schiff herbeigeschafft? Welche Weinflasche hat die bessere Klimabilanz? Ein Wegweiser durch diesen Dschungel der Klimarelevanz vom Alltagskonsum von Lebensmitteln ist dringend nötig. Produkte sollten eine Kennzeichnung der Transportemissionen bekommen, damit die VerbraucherInnen beim alltäglichen Einkauf Klima belastende Produkte vermeiden können.

Britische Supermarktketten erkennen inzwischen die Bedrohung durch den Klimawandel und machen Ernst mit weit gehendenVorschlägen zum Klimaschutz im eigenen Unternehmen. Ende Januar 2007 kündigte der Chef der größten britischen Supermarktkette Tesco die grüne Revolution im Einzelhandel an. Tesco werde eine führende Rolle in der Entwicklung einer kohlendioxidarmen Wirtschaftsweise einnehmen, stellte er in Aussicht. Das Unternehmen will die CO2-Emissionen der gesamten Produktpalette kenntlich machen. Bis das dafür notwendige Kennzeichnungssystem entwickelt ist, sollen alle Produkte, die mit dem Flugzeug angeliefert werden, mit einem kleinen Flugzeugsymbol versehen werden. Darüberhinaus setzt sich Tesco ehrgeizige CO2-Einsparziele: Bis 2020 sollen 50 Prozent der CO2-Emissionen der Supermärkte und Vertriebszentren eingespart wewrden, innerhalb von 5 Jahren will Tesco auf die Hälfte der CO2-Emissionen verzichten, die beim Vertrieb der Waren entsteht.

Die britische Kaufhauskette Marks and Spencer verpflichtete sich ungefähr zeitgleich mit einem 100-Punkte-Plan zur CO2-Neutralität für das ganze Unternehmen bis 2012. Ähnliche Initiativen zur CO2-Einsparung, zum Einsatz Erneuerbarer Energien auf den Geschäftsgebäuden und zur Müllvermeidung und Recycling gibt es von zahlreichen weiteren britischen und amerikanischen Firmen. Diese guten Ansätze sollten sich auch deutsche Firmenchefs zum Vorbild nehmen.

Verbraucherratgeber: Klimaschutz

Während die Politik und Wirtschaftskonzerne die Energiewende abbremsen, kann jeder einzelne von uns etwas tun um den Klimawandel doch noch abzuwenden.
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