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Tuvalu klagt den Gipfel an

Der kleine Pazifik-Inselstaat Tuvalu hat den Teilnehmern des Weltgipfels in Johannesburg vorgeworfen, seine Hilferufe nicht zur Kenntnis zu nehmen. Der Klimawandel sei für die Bewohner der Insel bereits jetzt deutlich spürbar. Der höchste Punkt der Insel liege nur noch vier bis fünf Meter über dem Meeresspiegel. Tuvalu ist nur 26 Quadratkilometer groß und wegen des steigenden Meeresspiegels vom Untergang bedroht.

Niemand hört uns zu, klagte der Delegationssprecher und Vize-Umweltminister des Inselstaats, Paani Laupepa. Das macht uns wütend und hilflos. Neben dem steigenden Meeresspiegel bedrohten zunehmende Wetterextreme wie Stürme die Insel. Ackerland werde überflutet und die Ernte vom Salzwasser vernichtet. Schlimmstenfalls müssten alle 11.000 Einwohner umgesiedelt werden. Die Frage sei allerdings, wohin.

Laupepa kritisierte, dass den Industriestaaten der eigene Luxus wichtiger sei als die Probleme bedrohter Menschen. Er griff besonders die USA an. Die US-Regierung messe den Worten der Öl-Lobby mehr Bedeutung bei als denen der vom Klimawandel bedrohten Länder. Tuvalu erwägt ernsthaft, alle Staaten vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag zu verklagen, die das Kyoto-Protokoll nicht ratifizieren.

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