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Hochwasser von Deutschland bis Vietnam

Regen kennzeichnet nicht nur den Sommer in Deutschland. Regen - das kann man den Meldungen aus aller Welt entnehmen - wird immer öfter zum Problem. Denn den Regengüssen folgt häufig das Hochwasser. Diesen Sommer gab es schon große Überschwemmungen in England, Indien, Bangladesh, Vietnam oder aktuell in der Schweiz, Österreich und in Deutschland an Rhein und Ruhr.

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In Folge des Klimawandels steigt die Wahrscheinlichkeit für Starkregenfälle. Damit potenziert sich auch das Hochwasserrisiko, sagt Karsten Smid, Klimaexperte von Greenpeace. Im Süden Europas, Portugal, Spanien, Italien, Griechenland und der Türkei, sieht man dieses Jahr die andere Seite der Medaille. Dort führt ein wärmeres Klima zu Trockenheit. Die Wetterextreme nehmen zu. Wie man im Juli in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Nature lesen konnte, wird das Wetter auf der nördlichen Halbkugel feuchter, während am Äquator die Trockenheit zunimmt.

Das Hochwasser in Indien und Bangladesh hat mehr als 1250 Menschenleben gefordert. Dort wurden die Menschen und ihre Häuser einfach weggeschwemmt. Vereinzelt traten auch schon Fälle von Cholera auf. Wissenschaftler halten die Region mit Blick auf den Klimawandel für ein Hochrisikogebiet. Überschwemmungskatastrophen werden in den kommenden Jahren dort immer wieder passieren, so Smid.

Schwer getroffen hat es auch die gesamte Schweiz, wo man inzwischen von einem Jahrhunderthochwasser spricht. Teilweise kamen an einem Tag Wassermengen vom Himmel, wie sie sonst in einem ganzen Monat fallen, sagt Smid. Kleine Bäche verwandelten sich in reißende Ströme die ihr Flussbett verließen und durch Ortschaften schossen. Dort richteten sie dann großen Schaden an. Aber auch Schlammlawinen und Murenabgänge wurden ausgelöst.

Keine Entwarnung!

Die Hochwasserwelle am Oberlauf des Rheins bewegt sich nun den Fluss entlang durch Deutschland. Zum Glück hat es in der letzten Nacht nicht so viel wie vorhergesagt geregnet. Die Pegel am Rhein werden steigen, aber es wird wohl keine Hochwasserkatastrophe geben, sagt Smid. Man muss die Situation in den Rhein-Nebenflüssen genau beobachten. Wenn auch von dort eine Hochwasserwelle kommt, kann es beispielsweise im Niederrheingebiet noch kritisch werden. Also eine Entwarnung gibt es nicht.

Vielerorts ist der Boden mit Wasser gesättigt. Jetzt würden auch leichtere Regenfälle ausreichen, um die Situation zu verschärfen. Leider haben die Bundesländer und Behörden aus früheren Flutkatastrophen, wie 2002 das Elbehochwasser oder 1997 die Oderflut, nicht viel gelernt. Letztendlich kommt der Klimawandel schneller als die Behörden erlauben, sagt Smid. Wir haben uns noch nicht richtig darauf eingestellt. Noch unterschätzen wir, was da auf uns zukommt!

Jedes Zehntel Grad Klimaerwärmung zählt

Im Kampf gegen das Hochwasserrisiko sind jetzt zwei Dinge wichtig. Die Umstellung unseres Energiesystems und Anpassungsmaßnahmen. Der Energiesektor muss klar auf Erneuerbare Energien setzen. Andererseits muss der Hochwasserschutz zügig und ernsthaft angegangen werden.

Nicht das eine oder das andere, sondern beides gleichzeitig!, fordert Smid. Wir müssen einen globalen Temperaturanstieg verhindern. Der hätte das Abschmelzen der Arktis und das Tauen der Permafrostböden zur Folge, in denen noch große Mengen des hochwirksamen Treibhausgases Methan eingefroren sind. Konkret geht es darum, gegen jedes Zehntel Grad Klimaerwärmung zu kämpfen.

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