Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

In Folge des Klimawandels steigt die Wahrscheinlichkeit für Starkregenfälle. Damit potenziert sich auch das Hochwasserrisiko, sagt Karsten Smid, Klimaexperte von Greenpeace. Im Süden Europas, Portugal, Spanien, Italien, Griechenland und der Türkei, sieht man dieses Jahr die andere Seite der Medaille. Dort führt ein wärmeres Klima zu Trockenheit. Die Wetterextreme nehmen zu. Wie man im Juli in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Nature lesen konnte, wird das Wetter auf der nördlichen Halbkugel feuchter, während am Äquator die Trockenheit zunimmt.

Das Hochwasser in Indien und Bangladesh hat mehr als 1250 Menschenleben gefordert. Dort wurden die Menschen und ihre Häuser einfach weggeschwemmt. Vereinzelt traten auch schon Fälle von Cholera auf. Wissenschaftler halten die Region mit Blick auf den Klimawandel für ein Hochrisikogebiet. Überschwemmungskatastrophen werden in den kommenden Jahren dort immer wieder passieren, so Smid.

Schwer getroffen hat es auch die gesamte Schweiz, wo man inzwischen von einem Jahrhunderthochwasser spricht. Teilweise kamen an einem Tag Wassermengen vom Himmel, wie sie sonst in einem ganzen Monat fallen, sagt Smid. Kleine Bäche verwandelten sich in reißende Ströme die ihr Flussbett verließen und durch Ortschaften schossen. Dort richteten sie dann großen Schaden an. Aber auch Schlammlawinen und Murenabgänge wurden ausgelöst.

Keine Entwarnung!

{image_r}Die Hochwasserwelle am Oberlauf des Rheins bewegt sich nun den Fluss entlang durch Deutschland. Zum Glück hat es in der letzten Nacht nicht so viel wie vorhergesagt geregnet. Die Pegel am Rhein werden steigen, aber es wird wohl keine Hochwasserkatastrophe geben, sagt Smid. Man muss die Situation in den Rhein-Nebenflüssen genau beobachten. Wenn auch von dort eine Hochwasserwelle kommt, kann es beispielsweise im Niederrheingebiet noch kritisch werden. Also eine Entwarnung gibt es nicht.

Vielerorts ist der Boden mit Wasser gesättigt. Jetzt würden auch leichtere Regenfälle ausreichen, um die Situation zu verschärfen. Leider haben die Bundesländer und Behörden aus früheren Flutkatastrophen, wie 2002 das Elbehochwasser oder 1997 die Oderflut, nicht viel gelernt. Letztendlich kommt der Klimawandel schneller als die Behörden erlauben, sagt Smid. Wir haben uns noch nicht richtig darauf eingestellt. Noch unterschätzen wir, was da auf uns zukommt!

Jedes Zehntel Grad Klimaerwärmung zählt

Im Kampf gegen das Hochwasserrisiko sind jetzt zwei Dinge wichtig. Die Umstellung unseres Energiesystems und Anpassungsmaßnahmen. Der Energiesektor muss klar auf Erneuerbare Energien setzen. Andererseits muss der Hochwasserschutz zügig und ernsthaft angegangen werden.

Nicht das eine oder das andere, sondern beides gleichzeitig!, fordert Smid. Wir müssen einen globalen Temperaturanstieg verhindern. Der hätte das Abschmelzen der Arktis und das Tauen der Permafrostböden zur Folge, in denen noch große Mengen des hochwirksamen Treibhausgases Methan eingefroren sind. Konkret geht es darum, gegen jedes Zehntel Grad Klimaerwärmung zu kämpfen.

  • DuesseldorfRheinHochwasser2

    DuesseldorfRheinHochwasser2

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Mehr zum Thema

Arbeiterinnen am Fließband der Firma Foron

Cool gekühlt

  • 04.01.2023

Im Jahr 2023 wird der Greenfreeze-Kühlschrank dreißig Jahre alt. Wir erläutern, wie er entstand und warum er eine der wichtigsten Innovationen des 20ten Jahrhunderts ist.

mehr erfahren
Messballon zur Beobachtung des Ozonlochs am nördlichen Polarkreis, Juni 1988

Ursache und Wirkung des Ozonlochs

  • 01.12.2022

Das Ozonloch beschäftigt Wissenschaftler:innen seit Jahrzehnten. Wir erklären, worum es sich dabei handelt und betrachten seinen aktuellen Zustand.

mehr erfahren
Aktion zur COP27,

Interview zur Klimakonferenz COP 27

  • 20.11.2022

Die 27. UN-Klimakonferenz ist zu Ende gegangen - mit enttäuschendem Ergebnis: Zwar gibt es nun einen Fonds für Klimafolgeschäden für arme Länder. Aber keinen Ausstieg aus allen fossilen Energien.

mehr erfahren
Lisa Göldner auf der Cop27

Cop27-Klimaschutzkonferenz: Zwischenbilanz

  • 14.11.2022

Halbzeit bei der Weltklimakonferenz in Sharm El Sheikh: Nach einer Woche UN-Klimakonferenz sieht Greenpeace-Klimaexpertin Lisa Göldner erste Fortschritte. Aber die wahren Aufgaben kommen erst noch.

mehr erfahren
Braunkohlekraftwerk Niederaussem im Rheinischen Braunkohlerevier

Verursacht der Mensch die Erderwärmung?

  • 07.10.2022

Wenn im Laufe der Erdgeschichte das Klima schwankte, dauerte dies Jahrtausende. Tiere und Pflanzen hatten Zeit, sich anzupassen. Der jetzige Klimawandel passiert viel schneller.

mehr erfahren
Schmelzendes Meereis bei Grönland 07/30/2009

Arktis bald ohne Eis?

  • 26.09.2022

Für das Meereis in der Nordpolarregion ist keine Erholung in Sicht. Der diesjährige Tiefstand: 4,79 Millionen Quadratkilometer.

mehr erfahren