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Gletscher: Spiegel für die Götter

Wenn dein Kind dich morgen fragt ist das Motto des diesjährigen Kirchentags. Greenpeace hat dort einen Stand, den zehn Ehrenamtliche aus Hamburg und Hannover betreuen. Auf einer großen Tafel steht dort die Frage: Wenn dein Kind dich morgen fragt: Mama, wozu sind Gletscher gut? Jeder Besucher kann seine Antwort darunter kleben. Unzählige Zettel hängen schon dort.

Zu lesen ist, dass Gletscher Wasserspeicher sind, dass sie zu den Bergen dazugehören und dass sie wichtig fürs Klima sind. Eine Mutter blickt ihr Kind an. Dann lächelt sie und schreibt auf ihren Zettel: Damit die Götter einen Spiegel haben.

Ein 15-Jähriger fragt ins Mikrofon: Aber kann man sich denn heute, bei so hoher Arbeitslosigkeit, Klimaschutz wirklich leisten? Er will das wissen, weil ihm Umweltschutz und Klimaschutz sehr wichtig sind, weil er selber dieses Argument so oft zu hören bekommt.

Man muss sich Klimaschutz sogar heute leisten, antwortet Karsten Smid, Klima-Experte von Greenpeace, und erklärt dem jungen Mann und den anderen Besuchern am Greenpeace-Stand, warum.

Klimawandel, das heißt mehr Überschwemmungen, mehr Hitzesommer, mehr schwere Hagelstürme - und ganz abgesehen davon, wie wir das Umweltproblem bewerten, werden die Folgen viel kosten. Zahlen muss das die Volkswirtschaft. Jeder Euro, den wir heute in den Klimaschutz investieren, rentiert sich also. Auch und gerade in einer wirtschaftlich so angeschlagenen Zeit wie der heutigen.

Greenpeace präsentiert auf dem Kirchentag einen Teil der Ausstellung Gletscher im Treibhaus. Auf neun der eigentlich 70 Fotovergleiche der Gesellschaft für ökologische Forschung sehen die Besucher Bilder von Alpengletschern von vor hundert Jahren, und - aus dem gleichen Blickwinkel zur gleichen Jahreszeit aufgenommen - von heute.

Gott, das ist ja schlimm, ruft eine Frau. Da ist ja gar nichts mehr vom Gletscher übrig! Ein weiterer Anziehungspunkt des Standes ist ein riesiger Globus. Er zeigt die weltweite Gletscherschmelze - in Patagonien, in Afrika oder im Himalaja. Gletscherzeugen, Menschen, die ihr Leben lang eine enge Verbindung zu Gletschern hatten, berichten von ihren Erfahrungen mit den Auswirkungen des Klimawandels in den Alpen.

Auf der Podiumsdiskussion Wirtschaftswerte diskutierte Greenpeace-Geschäftsführerin Brigitte Behrens unter anderem mit Heidemarie Wieczorek-Zeul, Ministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit über die Vereinbarkeit von Wirtschaft und Umweltschutz.

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