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Studie: Millionen Menschen fliehen vor Naturkatastrophen

Flucht vor der Umwelt

Jedes Jahr verlassen Millionen von Menschen ihre Heimat. Sie flüchten vor Krieg, Unterdrückung und Gewalt - und immer häufiger vor Naturkatastrophen. Die Zahl der so genannten Umweltflüchtlinge ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Heute fliehen bereits mehr Menschen vor Umweltkatastrophen als vor Kriegen. Im Jahr 2010 sollen es nach einer neuen UN-Studie weltweit mehr als 50 Millionen Umweltflüchtlinge sein.

Wissenschaftler der Universität der Vereinten Nationen in Bonn nennen in ihrer Studie verschiedene Gründe für die drastisch steigenden Flüchtlingszahlen. Besonders in ärmeren ländlichen Gebieten führen Austrocknung und zunehmende Unfruchtbarkeit des Bodens durch falsche Bebauung in Verbindung mit klimatischen Veränderungen und steigenden Bevölkerungszahlen zur Flucht, erklärt Janos Bogardi, Direktor des Instituts für Umwelt und menschliche Sicherheit der UN-Universität. Aber auch Erdbeben, Abholzungen und Überschwemmungen, ausgelöst durch Wirbelstürme wie zuletzt Stan, Katrina und Rita, vertreiben immer mehr Menschen aus ihrer Heimat.

Die Studie bezieht sich unter anderem auf den Weltkatastrophenbericht des Roten Kreuzes aus dem Jahr 1999. Dieser prognostizierte ein Jahrzent schwerster Katastrophen, verursacht durch eine explosive Kombination menschlich-mitverursachten Klimawandels mit sich rapide verändernden sozio-ökonomischen Bedingungen. Die Vereinten Nationen schätzen, daß bis zum Jahr 2025 80 Prozent aller Menschen in so genannten Entwicklungsländern leben werden, mehr als die Hälfte von ihnen ständig bedroht von Überschwemmungen und schweren Stürmen. (Autorin: Nadine Behrens)

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