Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Sabotage-Gefahr in schwedischem Atomkraftwerk

In der Nacht zum Donnerstag wurde in Schweden der Reaktor des Atomkraftwerkes Oskarshamm wegen Sabotage-Verdacht abgeschaltet.

  • /

Noch am Mittwoch behauptete der Energieversorger und Mehrheitseigentümer des Reaktors E.ON, die Sicherheissysteme würden gut funktionieren. Die Sabotage-Gefahr wurde allerdings nur zufällig bei stichprobenartigen Kontrollen aufgedeckt.

An einem Taschengriff wurden minimale Spuren eines möglicherweise mit TATP indentischen Stoffes gefunden. In der Vergangenheit wurde TATP wiederholt bei terroristischen Anschlägen verwendet.

Dieser Fall zeigt ein weiteres Mal, welche Gefahr von Atomkraftwerken ausgeht, sagt Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital. Die Betreiber sind nicht auf Terrorgefahren vorbereitet. Schon mehrere kleine Mengen Sprengstoff können Schäden verursachen, die unweigerlich zur Katastrophe führen. Wie ein Damokles-Schwert gefährdet die Atomkraft ständig die Bevölkerung. Nur ein rascher Ausstieg aus der Atomenergie schafft Sicherheit.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Report: Unequal Impact

Menschenrechtsverletzungen bei Frauen und Kindern nach dem Atomunfall im Kraftwerk Fukushima Daiichi. Report in englischer Sprache.

Mehr zum Thema

Es ist zwei vor Zwölf

Die UN wollen Atomwaffen verbieten, der Vertrag wird gerade ratifiziert. Nur: die Atommächte machen nicht mit. Ein Interview mit Greenpeace-Experte Heinz Smital und Alexander Lurz.

Sicherheit ist gutes Recht

Frankreichs AKW haben ernste Sicherheitsmängel; darauf machten Greenpeace-Aktivisten mit friedlichem Protest aufmerksam. Ein AKW-Betreiber zog vor Gericht – mit mäßigem Erfolg.

Schlechter Gewinner

Frankreichs Präsident Macron wird für seine Vision Europas mit dem Karlspreis ausgezeichnet. Doch sein Beharren auf Atomkraft verdient keine Würdigung, sagen Greenpeace-Aktivisten.