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Protest gegen AKW-Bau in Bulgarien

Für mehr als drei Stunden hielten sich am Mittwoch Greenpeace-Aktivisten auf einem vierzig Meter hohen Wachturm am Bau-Gelände des bulgarischen Atomkraftwerkes Belene auf. Sie hatten ein bis zum Boden reichendes Banner dabei mit der Forderung: Stoppt Belene! Begleitet wurde der Protest auch auf der nahe gelegenen Donau. Mit dem Schiff Anna und mehreren Schlauchbooten protestierten rund 50 Aktivisten aus neun Ländern gegen den Neubau von Atomreaktoren.

Wir wollen mit dieser Aktion zeigen, dass Atomkraft für Bulgarien keine Lösung ist, sagt Greenpeace-Energieexperte Jan Haverkamp. Bulgarien hat ein riesiges Energiesparpotential und ist ein idealer Standort für Windenergie.

Das im Norden Bulgariens gelegene Belene wird ein unlösbares Problem mit radioaktivem Abfall provozieren - eine enorme Belastung für die zukünftigen Generationen in Bulgarien. Die landwirtschaftlichen, touristischen und kleinunternehmerischen Aktivitäten in der Region werden durch das AKW massiv beeinträchtigt.

Der Aufruf von Greenpeace und dem bulgarischen BeleNE (Nein zu Belene)-Bündnis, den AKW-Bau zu stoppen, ist mehr als der Kampf gegen ein schlecht durchdachtes Projekt: Er ist ein Ruf nach einer konstruktiven Energiepolitik. Es geht um eine deutlich besser Energie-Effizienz sowie die Nutzung von Windenergie, Biomasse und Solarenergie.

Die bulgarische Atommafia kämpft währenddessen mit brutalen Methoden für ihre Ziele: In den letzten Tagen wurden zwei Mordversuche auf die bulgarische Greenpeace-Aktivistin Albena Simeonova verübt.

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