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Plutoniumprotest endet mit Geldstrafen

Das Strafgericht in Chalon-sur-Saône hat Greenpeace am Montag zur Zahlung von Geldstrafen verurteilt. In dem Gerichtsverfahren ging es um eine Protestaktion gegen Plutoniumtransporte quer durch Frankreich im Jahr 2003. Zwölf Aktivisten hatten sich an einen Schwertransporter mit Plutonium mitten im Straßenverkehr gekettet. Den Verantwortlichen auf höherer Ebene wurde Mittäterschaft zur Last gelegt.

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Die zwölf Greenpeace-Aktivisten wurden zu Geldstrafen zwischen 500 und 800 Euro verurteilt. Etwas höhere Strafen erhielten der ehemalige Generaldirektor und der ehemalige Vorsitzende von Greenpeace Frankreich: 5.000 beziehungsweise 2.000 Euro. Greenpeace als Organisation soll 7.500 Euro sowie Schadenersatz zahlen.

Das Gericht bewertete die Aktion als Eingriff in den Straßenverkehr und Sachbeschädigung. Allerdings hatte es zuvor die Tat von schwerer Straftat auf leichte Straftat herabgestuft. Die Richter folgten auch nicht der Forderung des französischen Atomkonzerns Cogema, der 30.000 Euro Schadensersatz haben wollte. Sie erkannten einen Schaden von 1.760 Euro an.

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