Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Niedersachsen hält an Gorleben fest

Die Landesregierung von Niedersachsen (CDU/FDP) setzt auf den Salzstock in Gorleben als Standort für ein atomares Endlager in Deutschland. Am Dienstag lehnte Hannover eine Beteiligung an der Suche nach Alternativstandorten ab. Zugleich sollen die Untersuchungen, ob sich der niedersächsischen Salzstock als Endlager eigne, wieder aufgenommen werden. Diese Entscheidung fällt jedoch in die Zuständigkeit des Bundes. Umweltminister Jürgen Trittin wies den Vorstoß des Landes nachdrücklich zurück.

Schon in ihrem Koalitionsvertrag hatten CDU und FDP beschlossen, sich für die Wiederaufnahme der Erkundungsarbeiten in Gorleben einzusetzen. Spätestens seit Mitte der achtziger Jahre ist klar, dass Gorleben unsicher ist und als Endlager nicht in Frage kommt, kritisiert die Greenpeace-Atomexpertin Susanne Ochse das Vorgehen der Landesregierung. Um die Endlagersuche in Deutschland auf neue Füße zu stellen, hatte Bundesumweltminister Trittin 1999 einen Arbeitskreis Endlager gegründet. Dieser sollte einen Kriterienkatalog zur Standortwahl erarbeiten und ein geeignetes Suchverfahren unter voller Beteiligung der Öffentlichkeit konzipieren. Der zuständige Bundesumweltminister bekannte sich jetzt noch einmal ausdrücklich zu diesem Beschluss.

Es ist völlig unverständlich, warum die Landesregierung in Hannover die eigene Bevölkerung dem unzumutbarem Risiko eines bekanntermaßen unsicheren Atomendlagers aussetzen will, sagte Ochse. Gorleben als Endlagerstandort muss aufgegeben werden. Das derzeitige Erkundungsmoratorium hält die Option für den unbrauchbaren Salzstock nur unnötig offen. Ochse fordert die Verantwortlichen erneut auf, einen gesetzlichen Rahmen für eine vergleichende und ergebnisoffene Standortsuche zu schaffen. Mindestens zwei mögliche Standorte müssen in Deutschland untersucht werden. (mir)

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Absage an die Atommüll-Kommission

Greenpeace hat gemeinsam mit der Anti-Atom-Organisation ‚Ausgestrahlt‘ und der 'Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg‘ die Teilnahme an der Anhörung der Atommüllkommission am 3. November 2014 in einem Brief abgesagt.

Mehr zum Thema

Rückkehr ins Ungewisse

Japans Versuche, die Region um das AKW Fukushima von Strahlung zu säubern, sind gescheitert, das zeigt ein Greenpeace-Report. Trotzdem sollen die Evakuierten zurück in ihre Häuser.

Der Wahnsinn in Tüten

Atommüll, der sich im Wald stapelt, Atomtransporte auf den Straßen – das Leben rund um Fukushima ist nicht normal. Jetzt reagiert sogar die UN und verlangt von Japan Aufklärung.

Ein klares Jein

An potenziellen Atommüll-Endlagern darf (fast) nicht gebohrt, gegraben, gehämmert werden, so ein neues Gesetz. Nur Gorleben bleibt eine Ausnahme – eine Greenpeace-Klage scheiterte.