Alternativer Kleidungskonsum – die Greenpeace-Checkliste

Tauschen, teilen, Welt verändern

Mode reparieren, tauschen, teilen statt ständig neu zu kaufen: So wehren sich Greenpeace-Konsumbotschafter gegen Ausbeutung und Umweltverschmutzung in der Textilindustrie. 

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Weit über tausend Konsumbotschafter machen schon mit. Sie lassen Schuhe neu besohlen statt sie zu entsorgen oder tauschen Kleidung statt neue zu kaufen. Aber allzu oft klafft eine Lücke zwischen Problembewusstsein und Handeln, und deshalb haben wir jetzt die Konsumbotschafter-Checklist (s.u.) erstellt. Damit jeder ganz einfach seine Ideen in die Tat umsetzen und so Konsumbotschafter werden kann: Zehn alternative Konsum-Aufgaben bis zum Kauf-Nix-Tag am 27. November, ein konsumkritischer Aktionstag in mehr als 40 Ländern. Er fällt traditionell auf den Start des Weihnachtsgeschäfts in Amerika und soll zu nachhaltigem Konsum anregen.

Die Checkliste einfach ausdrucken, an den Kühlschrank hängen und eins nach dem anderen abhaken.

  • Einen Knopf annähen. Allzu oft landen Hemd oder Bluse in der Altkleidersammlung, weil ein einziger Knopf fehlt. Dabei ist das Annähen von Knöpfen keine Kunst, geht erstaunlich schnell – und nebenbei stellt sich das befriedigende Gefühl ein, etwas heile gemacht zu haben. Also: Knopf auf den Stoff halten und immer mit der Nadel hin und her. Wer dennoch eine kurze Anleitung braucht, findet sie hier.
  • Abgelaufene Schuhe zum Schuster bringen. Wenn die Ballerinas nur 14,99 Euro gekostet haben, dann lohnen sich die neuen Sohlen nicht? Für das Portemonnaie mag das stimmen, für die Umwelt aber nicht. Denn Leder ist kostbar, und die Transportwege von Asien nach Europa sind lang. Der Schuster dagegen ist um die Ecke. Da ist es ganz leicht, Schuhen ein zweites Leben zu schenken und sie besohlen zu lassen! Keine Ahnung, wo der nächste Schuster ist? Eine „Schuster“-Suche bei Google Maps spuckt Dutzende Adressen in der Nähe aus.
  • Neue Eco-Fashion-Läden in meiner Stadt finden. Öko-Mode ist schwer zu finden? Das denken die meisten; es stimmt aber nicht mehr. Wir haben diese Karte erstellt, mit der man „grüne“ Mode ganz in der Nähe findet. Und diese interaktive Karte zeigt jede Menge junge, hippe Öko-Labels mit Online-Shop.
  • Kleiderschrank durchforsten. Schätze finden, die schon lange versteckt im Schrank liegen: Knapp die Hälfte unserer Kleidung tragen wir selten oder nie. Deshalb einfach mal in die Tiefen des eigenen Kleiderschranks wühlen. Und erstaunt sein, was für alte Schätze dort verborgen schlummern! Und was wirklich weg soll, kann mithilfe der Kleideranhänger (s.u.) sortiert werden: verschenken, tauschen, verkaufen – oder doch reparieren? Einfach entscheiden – und abgelegten Teilen ein neues Leben schenken!
  • Drei Kleidungsstücke auf einer Internet-Tauschbörse einstellen. Manche Klamotten landen nicht ohne Grund im Schrank ganz hinten – nämlich weil sie ungeliebt oder ein Fehlkauf sind. Warum also nicht eintauschen gegen die alten Schätze anderer Leute? Das geht zum Beispiel bei Kleiderkreisel, Zamaro oder anderen Online-Börsen. Einfach drei Teile hochladen, drei andere aussuchen – und fertig ist das Tauschgeschäft.
  • Zehn alte Teile in einen Secondhand-Laden bringen. Lauter gut erhaltene Sachen im Schrank, die nicht mehr getragen werden? Die Betreiber von Secondhand-Läden freuen sich drüber! So bekommen abgelegte Fummel ein neues Leben – und bringen auch noch Geld ein. Wie gut Secondhand-Mode aussieht, zeigt Hindi Kiflais hinreißender 365-Tage-Secondhand-Blog.
  • Ein Teil für die nächste Party leihen. Das Top von der Freundin auf der letzten Party sah so gut aus? Dann verleiht sie es vielleicht für die nächste! Und leiht sich selbst ein anderes. So verdoppelt man Kleiderschrank-Inhalte, sozusagen. Leih-Klamotten gibt’s auch online. Und bei Kilenda kann man ganz einfach Kinderkleidung mieten. 
  • Vier Wochen keine neuen Sachen kaufen. Klingt vielleicht schwer – ist es aber nicht; man muss nur Konsumbotschafter werden! Denn neue Kleidung muss kein Geld kosten; schließlich kann jeder tauschen, leihen, reparieren (s.o.).
  • Eine Kleidertauschparty mit Freunden organisieren. Ist viel leichter, als es klingt. Alles, was man braucht, ist: ein großer Tisch, etwa zehn tauschwillige Freunde mit je fünf Klamotten – und, ja, vielleicht was zu trinken, denn Anprobieren macht irgendwann durstig!
  • Eine/n neue/n Konsumbotschafter/in finden. Damit wir immer mehr werden! Also Ärmel hochkrempeln, für Gesprächsstoff sorgen, Menschen zu Konsumbotschaftern machen. Damit Überzeugungen die Welt verändern.

In diesem Video zeigen Konsumbotschafter, wofür sie stehen und was sie tun.

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