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"No Oil" steht auf den Gesichtern zweier Frauen, die ihre Stirn aneinander lehnen.
Fraser Newman / Greenpeace

Neuseeland: Schluss mit Erdöl

Neuseeland verbietet neue Gas- und Ölbohrungen vor seiner Küste. Ein Erfolg für den Klimaschutz!

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Die Ölindustrie ist geschockt, Umweltschützer auf der ganzen Welt freuen sich: Neuseeland verbietet neue Gas- und Ölbohrungen vor seiner Küste. Ein Erfolg für den Klimaschutz!

Es geht um den Meeresboden vor der Küste Neuseelands: vier Millionen Quadratkilometer samt aller Öl- und Gasvorkommen, die darunter liegen könnten, geschätzter Wert rund 90 Milliarden Dollar. Doch nun entschied die neuseeländische Regierung: Dort darf nicht mehr gesucht, erkundet und schon gar nicht mehr gefördert werden.

Die Ölindustrie ist entsetzt, spricht von „wirtschaftlichem Vandalismus“ - Umweltschützer auf der ganzen Welt aber freuen sich: die Abkehr vom Öl – was für ein Zeichen! Und was für ein mutiges kleines Land, dieses Neuseeland.

„1987 bewies Neuseeland Mut, als es den Ausstieg aus dem Atomwaffenbprogramm gegen die Interessen der US-Armee beschloss – jetzt zeigt die Regierung des Landes diesen Mut wieder. Und sie bekundet, dass ihr die Belange der Menschen wichtiger sind als die Interessen der mächtigen Öllobby“, sagt Russel Norman, Geschäftsführer von Greenpeace Neuseeland.

Verboten ist das Suchen und Erschließen neuer Öl- und Gasvorkommen in der sogenannten ausschließlichen Wirtschaftszone von Neuseeland, einem 200 Meilen breiten Meeresgebiet rund um den Inselstaat. Es ist die Heimat unzähliger Fisch- und Walarten. Die Suche nach Ölvorkommen an Land bleibt weiterhin erlaubt, auch werden die bestehenden Such- und Bohrlizenzen nicht entzogen.

An diesem Punkt würde Greenpeace gerne noch nachbessern – doch die neuseeländische Regierungschefin Jacinda Ardern hält das für die richtige Balance zwischen Schutz der existierenden Wirtschaft und Wahrung der Interessen zukünftiger Generationen. „Es ist wichtig, jetzt der Ölindustrie Einhalt zu gebieten“, erklärt sie ihr Verbot. „Denn die Auswirkungen auf das Klima würden sonst noch 30 Jahre nachwirken.“

So ist die 37-jährige Premierministerin die Heldin der Stunde. Schon im Wahlkampf hatte Jacinda Ardern verkündet, dass sie mit Klimaschutz ernst machen wolle. Jetzt löst sie das Versprechen ein. Vergangenen Monat hatte sie im Land für Schlagzeilen gesorgt, weil sie 50.000 Unterschriften, die Greenpeace gegen Ölbohrungen gesammelt hatte, persönlich entgegennahm.

 

Der Ölindustrie die Stirn bieten

Die Kampagne gegen Offshore-Öl ist in Neuseeland eine der größten Umweltkampagnen der vergangenen Jahrzehnte. Greenpeace und andere Umweltschutzverbände sammelten gemeinsam mit einer breiten Koalition aus indigenen Völkern seit sieben Jahren immer wieder hunderttausende Unterschriften. Es gab Protestmärsche, Sitzstreiks, Protestaufrufe und Aktionen. Mehrere Male hat Greenpeace Neuseeland spezielle Ölsuchschiffe am Weiterfahren gehindert – die Gerichtsverfahren dazu sind noch nicht entschieden, den Aktivisten drohen lange Haft- und hohe Geldstrafen.

Die Entscheidung Neuseelands zum Öl-Aus begrüßt auch Karsten Smid, Experte für Klima und Öl bei Greenpeace Deutschland: „So geht echter Klimaschutz; davon kann sich Kanzlerin Angela Merkel abgucken, wie man mächtigen Lobbyverbänden die Stirn bietet.“ Und Smid mahnt: „Deutschland muss sofort die dreckigsten Kohlekraftwerke abschalten und bis spätestens 2030 aus der Braunkohleverstromung ausstiegen, um seinen international vereinbarten Beitrag zum Klimaschutz zu schaffen – egal wie sehr sich Energiekonzerne und Wirtschaftsverbände auch dagegen sträuben.“ 

  • Jacinda Ardern, Premierministerin von Neuseeland

    Mutige Premierministerin

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  • Demonstration gegen Ölbohrungen im Meer in Auckland, Neuseeland

    Erfolg der Massen

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  • Segelschiff kreuzt vor Ölerkundungsvessel

    Keine Tiefseebohrungen

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