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Kennen Sie Zaras schmutziges Geheimnis?

Mit einem großen Fotobanner hinterfragt Greenpeace heute die Textilherstellung bei Zara. Aktivisten haben ein sieben mal zwölf Meter großes Transparent an eine Zara-Filiale in Hamburg gehängt. Zu sehen sind Modelle mit Zara-Kleidung in giftigem Abwasser. Der aktuelle Greenpeace-Textilientest zeigt: Zara produziert mit umwelt- und gesundheitsschädlichen Chemikalien.

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Zehn Kleidungsstücke von Zara hat Greenpeace für den Test Giftige Garne unter die Lupe genommen. Insgesamt wurden 141 Textilien der 20 führenden Modehäuser auf umwelt- und gesundheitsschädliche Chemikalien untersucht. Eine Zara-Kinderjacke aus China enthielt eine hohe Konzentration von Nonylphenolethoxylaten (NPE), die im Abwasser zu giftigen Nonylphenolen umgewandelt werden.

Auch in weiteren Zara-Textilien, wie einem Cocktailkleid für Damen aus Indien, Kinderhosen aus Bangladesch und einem Mantel für Kinder aus Vietnam, wurden NPE gefunden. Zudem waren Zara-Produkte die einzigen im Test, die krebserregende Amine aufwiesen: Sie stammen aus Azofarbstoffen in Kinderjeans, die in Pakistan gefertigt wurden.

Zara: Der Fast-Fashion-Gigant vertreibt Schadstoffe rund um die Welt

Designermode schnell kopiert und zum Spottpreis verkauft - so lautet das Erfolgsrezept von Zara. Die Fast-Fashion-Marke präsentieren mittlerweile sechs bis acht neue Kollektionen im Jahr. 850 Millionen Kleidungsstücke liefert die spanische Inditex-Gruppe, zu der Zara gehört, jährlich in 5900 Filialen in 85 Länder.

Die Massen-Produktion von Fast-Fashion-Textilien vergiftet Gewässer in den Herstellungsländern. Durch die Haushaltswäsche werden Chemikalien aus Importtextilien auch in deutschen Flüssen freigesetzt. Das Tragen der Zara-Kleidung hat keine unmittelbar gesundheitsschädliche Wirkung.

Mit der Kampagne Detox fordert Greenpeace Textilhersteller auf, Risiko-Chemikalien durch umweltfreundliche Alternativen zu ersetzen. Bisher produziert kein internationales Bekleidungsunternehmen ohne den Einsatz von gesundheits- und umweltschädlicher Textilchemie. Um Verbrauchern den Einkauf weitestgehend giftfreier Mode zu erleichtern, hat Greenpeace gestern einen neuen Ratgeber zu Textil-Labeln veröffentlicht. Die Broschüre kann kostenfrei unter 040-30618 120 bestellt werden.

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Publikationen

Report: Giftige Garne

Die vorliegende Studie befasst sich mit umwelt- und gesundheitsschädlichen Chemikalien in der Textilproduktion. Getestet wurden Markenartikel von 20 internationalen Modehäusern, darunter Armani, Levi´s und Zara. Bereits im Jahr 2011 deckte Greenpeace mit Abwasseruntersuchungen auf, dass Modemarken Flüsse mit Chemikalien vergiften.

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Zeit zu entgiften!

Mehr als 90 Prozent unserer Kleidung kommen aus Asien. Dort vergiftet die Textilindustrie die Gewässer. Doch immer mehr Verbraucher protestieren – und konsumieren anders.

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