Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Giftmüll für Indien

Der ausgediente Luxuskreuzer Blue Lady befindet sich auf dem Weg nach Alang in Indien, um dort verschrottet zu werden. Neben PCB und anderen krebserregenden Stoffen ist das Schiff mit 900 Tonnen Asbest hochgradig verseucht. Für den ehemaligen Eigentümer ein gutes Geschäft, für die Arbeiter und die Umwelt in Alang eine unzumutbare Gefahr.

  • /

Die Abschiebung von Schiffsschrott in arme Länder ist kein Einzelfall. Erst Mitte Februar hatte der französische Präsident Chirac nach heftigen Protesten von indischen Umweltschützern den Flugzeugträger Clemenceau zurückbeordert. Das astbestverseuchte Kriegsschiff sollte, wie die Blue Lady, auf dem Schiffsfriedhof in Alang verschrottet werden.

Die Entsorgung der ausgedienten Hochseeschiffe ist in Europa aufgrund der vielen Gefahren- und Schadstoffe besonders teuer. In rohstoffarmen Ländern hingegen, ist mit dem verseuchten Schrott noch ein Geschäft zu machen. Die Länder benötigen Stahl, den sie aus den alten Schiffen gewinnen können. Ohne Arbeitsschutz und Umweltschutzmaßnahmen zerlegen die Arbeiter das Schiff für einen Hungerlohn.

Die Blue Lady sollte bereits im Februar in Bangladesch verschrottet werden, wurde jedoch aufgrund der hohen Kontaminierung abgewiesen. Nun ist der ehemalige Kreuzer von einem indischen Schiffsverschrotter gekauft worden und hat am 6. Mai Malaysia verlassen. Greenpeace erwartet das Schiff zwischen dem 20.und 23.März in indischen Gewässern.

(Autorin: Petra Fischer)

Weiterführende Publikationen zum Thema

The smart supermarket

Wie könnte er aussehen, der Supermarkt der Zukunft? Welche Möglichkeiten gibt es, die Unmengen an Plastik zu vermeiden, in denen waren heute eingepackt sind?

Mehr zum Thema

Nicht sauber, sondern Rhein

Wer verschmutzt unsere Flüsse mit Mikroplastik? Eine Greenpeace-Studie nimmt Deutschlands wichtigste Wasserstraße unter die Lupe: Keine einzige Probe war ohne Kunststoff.

Ein LieferkettengesetzCHEN

Der ausgehandelte Entwurf ist eine Minimallösung. Der Schutz von Menschenrechten und Umwelt kann damit nicht wirksam durchgesetzt werden. 

Eine selbstverschuldete Krise

Was passiert mit einer halben Milliarde unverkaufter Kleidungsstücke? Auf keinen Fall dürfen sie vernichtet werden, fordert Greenpeace und wendet sich an die zuständigen Behörden.