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Bundesinstitut mauschelt mit der Chemie-Lobby

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist an Studien beteiligt, die auch von der Chemie-Lobby bezahlt wurden. Wie Greenpeace erfahren hat, stammen Gelder für eine wissenschaftliche Untersuchung, die eine BfR-Mitarbeiterin und ein Mitarbeiter der Berliner Charité verfasst haben, von der Chemie-Lobbyorganisation Euro Chlor. Die Studie verharmlost die Giftigkeit von Polychlorierten Biphenylen (PCBs). Euro Chlor vertritt unter anderem die Interessen von Unternehmen, die die als hoch giftig geltenden PCBs herstellen. Greenpeace fordert den Präsidenten des BfR, Professor Dr. Dr. Andreas Hensel in einem offenen Brief auf, zu dieser Praxis Stellung zu beziehen.

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PCBs können die Entwicklung von Kindern bereits im Mutterleib beeinträchtigen. Außerdem gelten sie als stark Krebs erregend und sind in Deutschland seit 1989 verboten. Sie gehören zu den stärksten bekannten Umweltgiften und wurden von den UN in die Liste der zwölf international gebannten Persistant Organic Pollutants (POPs - Dauergifte) aufgenommen. Da PCBs nur sehr schwer abbaubar sind, ist die Umwelt auch heute noch überall mit PCBs belastet - mit schwerwiegenden Folgen auch für die Menschen.

Diesen lang bekannten Fakten zum Trotz erweckt die von der Chemie-Lobby mitfinanzierte Studie den Eindruck, als seien PCBs in Wirklichkeit gar nicht so schlimm. Eine Argumentationlinie, die der Chemie-Industrie gut zupass kommt, wenn es um Sicherheitsmaßnahmen oder um Entschädigungen für PCB-Opfer geht. Damit macht sich das BfR, dessen Kernaufgabe eine unabhängige Risikobewertung und -kommunikation ist, zum Handlanger der Chemieindustrie.

Greenpeace fordert deshalb vom BfR in einem offenen Brief Antworten auf folgende Fragen:

  • Wie ist erklärbar, dass toxikologische Forschungsarbeiten von BfR-Mitarbeitern zu Umweltchemikalien von der Industrie (teil-)finanziert werden?
  • Wie ist erklärbar, dass eine (Teil-)Finanzierung solcher BfR-Forschungsarbeiten durch einen Verband der Industrieunternehmen erfolgen konnte, die diese Stoffe herstellen bzw. hergestellt haben und wegen der daraus resultierenden Schäden an Mensch und Umwelt in der Kritik stehen?
  • Wie ist unter diesen Umständen die Unabhängigkeit der entsprechend geförderten Mitarbeiter bzw. Forschungsarbeiten garantiert?
  • Warum konnten oder können entsprechende Arbeiten der staatlichen Institution des BfR nicht aus staatlichen Budgets bestritten werden?
  • Wurden in den vergangenen zehn Jahren BfR-Mitarbeiter, Forschungsarbeiten des BfR oder Forschungsarbeiten von BfR-Mitarbeitern auch in anderen Fällen von Organisationen wie Euro Chlor oder anderen Verbänden der chemischen Industrie gefördert?

    Falls ja: Welche Mitarbeiter oder Forschungsarbeiten wurden gefördert? Von welchen der genannten Organisationen wurden diese gefördert und wie hoch waren die jeweiligen Fördermittel?

 

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