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Bhopal - seit 18 Jahren eine Katastrophe

Mehr als 100 Aktivisten protestierten am Dienstag gegen die Verseuchung von Teichen in Bhopal, Indien, mit hochgiftigen Stoffen. Die Teiche waren bei der Giftgaskatastrophe im Jahre 1984 kontaminiert worden. Die Fabrikeigner, damals die Firma Union Carbide, die später von Dow Chemical übernommen wurde, haben bis heute keine Sanierungsmaßnahmen eingeleitet. Auf dem Gelände lagern ungesichert Hunderte Tonnen gefährlicher Chemikalien. Boden und Grundwasser sind vergiftet.

Die Demonstranten - Bhopal-Opfer und Greenpeace-Aktivisten - stellten Schilder auf, um vor der Bedrohung durch den tödlichen Abfall zu warnen. Kinder sind besonders gefährdet. Sie spielen buchstäblich in Dow's Giftmüll, sagte Satinath Sarangi von der Bhopal Gruppe für Information und Aktion. Greenpeace hatte die giftige Brühe zuvor untersucht und festgestellt, dass die gefundenen Chemikalien sich hochgradig schädlich auf das zentrale Nervensystem, auf Leber und Nieren sowie andere Organe auswirken.

Um die alte Fabrik herum leben mehr als 500 Familien. Kein Zaun, kein Schild warnt sie vor der tödlichen Gefahr. Sie holen sich die giftige Erde, um ihre Höfe aufzuschütten und manchmal sogar, um Häuser zu bauen. Wenn die Senken sich mit dem Wasser des Monsunregens füllen, baden ihre Kinder darin. Andere benutzen die Teiche und Wasserlöcher als Tränken für ihre Büffel. 3000 Menschen sind 1984 ums Leben gekommen, mindestens 10.000 weitere an den Folgen der Katastrophe gestorben. Wer damals überlebt hat, ist seit nunmehr 18 Jahren schutzlos der lebensgefährlichen Hinterlassenschaft ausgesetzt. (sit)

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