Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Vattenfall beantragt Wiederinbetriebnahme des AKW Krümmel

Seit fast zwei Jahren liegt das schleswig-holsteinische AKW Krümmel still. Nach einem Trafobrand im Juni 2007 verhinderten immer neue Probleme das Wiederanfahren. Am Dienstag hat der Energiekonzern Vattenfall nun die Wiederinbetriebnahme beantragt.

  • /

Für Vattenfall scheint das Wort Verantwortung ein Fremdwort zu sein, kritisiert Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital. Der Energiekonzern schielt mit der Wiederinbetriebnahme allein auf die möglichen Profite im Milliardenbereich. Dagegen lässt das Unternehmen die Sicherheit der Bevölkerung vollkommen außer Acht.

Der Pannenreaktor Krümmel sei eine alte Maschine, die im Großraum einer Millionenstadt mit Vollgas fahre, sagt Smital. Der Siedewasserreaktor ist eine Uralt-Konstruktion aus den sechziger Jahren, die auf höchste Leistung getrimmt wurde. Bekannte Folgen sind Risse in Rohrleitungen, lockere Schrauben und zuletzt der Trafobrand.

Wenn die Aufsichtsbehörde in Kiel die Sicherheit der Bevölkerung ernst nimmt, muss sie Vattenfall die Genehmigung versagen. Greenpeace fordert, Krümmel dauerhaft abzuschalten.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Fukushima-Report: Kinder und Arbeiter

Kinder und die Dekontaminierungsarbeiter leiden besonders unter der radioaktiven Strahlung in Fukushima. Sie ist auch acht Jahre nach dem Atomunfall in Japan noch viel zu hoch.

Mehr zum Thema

Wahnsinn bewiesen

Die Region um das AKW Fukushima ist immer noch hoch verstrahlt, allen Säuberungsaktionen zum Trotz, so der aktuelle Greenpeace-Bericht. Im Fokus: das Leid der Aufräumarbeiter.

Katastrophaler Wasserschaden

Der GAU von Fukushima ist längst nicht im Griff. Gewaltige Mengen kontaminierten Wassers aus der Anlage könnten in den Pazifik fließen – eine Geschichte menschlichen Versagens.

Es ist zwei vor Zwölf

Die UN wollen Atomwaffen verbieten, der Vertrag wird gerade ratifiziert. Nur: die Atommächte machen nicht mit. Ein Interview mit Greenpeace-Experte Heinz Smital und Alexander Lurz.