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Stromversorgung mit Hitzeproblemen

Vattenfall hat die Leistung der beiden AKW Krümmel und Brunsbüttel um 25 beziehungsweise 20 Prozent gedrosselt. Grund ist die sommerliche Hitze, die das Wasser der Elbe auf rund 26 Grad erwärmt hat. Extreme Hitzeperioden wie im Juli 2006 oder im August 2003 wird es in Deutschland bei zunehmender Klimaerwärmung häufiger geben - keine guten Aussichten für die Stromversorgung.

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Atomkraftwerke sind kein Garant für eine sichere Stromversorgung, kommentiert Greenpeace-Atomexperte Thomas Breuer. Gerade weil es sich bei Atomkraftwerken um sehr große Stromlieferanten handelt, ist ihr teilweiser Ausfall bei Hitze eine starke Belastung für die Versorgungssicherheit.

Kohle- und Atomkraftwerke ohne eigene Kühltürme holen ihr Kühlwasser aus Flüssen. In den Kraftwerken heizt sich das Wasser auf und wird wieder in den Fluss zurückgeleitet. Ist der Fluss ohnehin schon stark erwärmt, so findet kein Ausgleich durch kühleres Wasser mehr statt. Die Tier- und Pflanzenwelt des Flusses leidet.

Neben den 'Elbe-AKW' Krümmel und Brunsbüttel musste auch das niedersächsische AKW Unterweser des Betreibers E.ON die Leistung drosseln - um bis zu 70 Prozent. In der Weser wurden 25 Grad gemessen. Ab 25,5 Grad muss die Kraftwerksleistung auf weniger als 30 Prozent heruntergefahren werden. Steigt die Wassertemperatur über 26 Grad, darf das AKW sich nur noch selber mit Strom versorgen. Auch ein Steinkohlekraftwerk der STEAG in Voerde am Niederrhein musste bereits die Wasserentnahme senken, das heißt die Leistung drosseln.

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