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Plutoniumverlust - ein Buchhaltungsproblem?

Der britischen Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield sind rund 30 Kilogramm Plutonium verloren gegangen. Eine Menge, die für den Bau von sieben bis acht Atombomben reicht. Die Betreiberfirma British Nuclear Fuels Ltd (BNFL) spricht von einem reinen Rechenfehler.

Die 30 Kilogramm sind nicht die ersten als vermisst gemeldeten. 2003 fehlten 19 Kilo des Bombenmaterials. Insgesamt sind in Sellafield einem Bericht der britischen Zeitung The Times zufolge in den letzten zehn Jahren 50 Kilogramm Plutonium verschwunden.

Eine Sprecherin der British Nuclear Group - ein Tochterunternehmen von BNFL - kommentierte den Verlust als normale Diskrepanz zwischen der Inventur vor Ort und der buchhalterischen Inventur: In einigen Jahren gibt es einen offensichtlichen Zugewinn, in anderen einen offensichtlichen Verlust.

Umweltschützer sehen das Verschwinden von 30 Kilogramm Plutonium nicht so gelassen. Thomas Breuer, Atomexperte bei Greenpeace nennt es einen Skandal, dass die Betreiber von Sellafield nicht in der Lage sind, einen der gefährlichsten und tödlichsten Stoffe, die es auf der Welt gibt, lückenlos zu kontrollieren.

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