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Panne in Krümmel

Wenn es nur einen kleinen Deut an Unsicherheit gibt, wird Krümmel nicht wieder ans Netz kommen, so Ministerpräsident Peter Harry Carstensen am 20. September 2009. Nun hat er wieder Grund zum Handeln bekommen: Im AKW Krümmel hat es erneut eine Panne gegeben.

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Am 12. März stellte Vattenfall ein Leck im Gehäuse einer Kühlwasserpumpe des Zwischenkühlsystems fest. Das Zwischenkühlsystem dient der Wärmeabfuhr bei der Not- und Nachkühlversorgung des Reaktordruckbehälters.

Fünf Tage lang verheimlichte der Stromkonzern die Panne, um einer unangenehmen Debatte zu entgehen: Der Schleswig-Holsteinische Landtag diskutierte am 17. März über die Situation in den Atomkraftwerken Brünsbüttel und Krümmel. Erst nahezu zeitgleich mit dieser Diskussion gab Vattenfall das Leck bekannt.

Das neue Leck zeigt deutlich: Das Atomkraftwerk Krümmel ist ein marodes Wrack. Jeder PKW in einem solchen Zustand wäre längst stillgelegt worden, kommentiert Tobias Riedl von Greenpeace. Dass Vattenfall die Meldung auch noch zurückgehalten hat, zeigt, dass nicht nur der Reaktor, sondern auch der Betreiber völlig unzuverlässig und überfordert ist.

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