Jetzt spenden
Aktivisten in Brasilien entfalten ein Banner über der Guanabara-Bucht in Rio de Janeiro, April 2009
Alex Carvalho / Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Die Staats- und Regierungschefs der G20-Länder tragen eine hohe Verantwortung. Darauf weist Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid hin: Die G20-Länder repräsentieren nicht nur drei Viertel des weltweiten Bruttoinlandsprodukts, sondern auch drei Viertel des Energieverbrauchs sowie der Emissionen des Treibhausgases CO2. Sie müssen endlich begreifen, dass Umweltschutz nicht im Widerspruch zu einer ausgeglichenen Wirtschaft steht, sondern ihre Voraussetzung darstellt.

Jüngste wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass der Klimawandel sich bedrohlicher als erwartet vollzieht. Dem müsste auch der Finanzgipfel Rechnung tragen, so Smid: Niemand darf sich mehr Illusionen über die Folgen des Klimachaos wie drohende Hungersnöte oder Überschwemmungen machen..

Der frühere Chefökonom der Weltbank, Nicholas Stern, geht in seinen neuesten Berechnungen davon aus, dass die Kosten des Klimawandels bis zu zwanzig Prozent des weltweiten Outputs ausmachen werden - mehr als die geschätzten Kosten der Weltwirtschaftskrise in den 1920er Jahren plus die beider Weltkriege.

Die brasilianischen Greenpeacer hatten am Mittwoch mit ihrem Banner an die Hoffnungen erinnert, die der Weltgipfel der Vereinten Nationen 1992 in Rio de Janeiro weckte: Die Industrienationen einigten sich erstmals auf Klimaschutzmaßnahmen und verpflichteten sich zur Verringerung ihrer Treibhausgasemissionen auf freiwilliger Basis. Die Schwierigkeiten in den folgenden Jahren, zu rechtlich verbindlichen Vereinbarungen zu kommen, ließen die Hoffnungen auf einen effektiven Klimaschutz zunehmend schwinden.

Umso dringlicher sind jetzt verbindliche Beschlüsse zum Klimaschutz. Das von Greenpeace geforderte minimale Rettungspaket zur Minderung des Klimawandels und seiner Folgen wäre schon mit jährlich 110 Milliarden Euro seitens der Industrieländer zu finanzieren. (Zum Vergleich: Die deutsche Bundesregierung stellte im ersten Schritt zur Rettung der Hypo Real Estate Bank Garantien in Höhe von 102 Milliarden Euro aus). Dabei gehen Klima- und Wirtschaftsmaßnahmen Hand in Hand, erläutert Smid am Beispiel Erneuerbarer Energien: Der Ausbau und der Transfer solcher Technologien nützt der Wirtschaft und dem Klima, sowohl hier als auch in den Entwicklungsländern..

Kanzlerin Merkel kann jetzt die Weichen in die richtige Richtung stellen, erklärt Smid weiter. Zeitgleich zum G20-Gipfel finden in Bonn vorbereitende Absprachen für eine verbindliche Klimaschutzvereinbarung im Dezember in Kopenhagen statt. Deutschland muss mit der EU eine Vorreiterrolle übernehmen, und endlich verbindliche Zusagen zur finanziellen Unterstützung der Entwicklungsländer machen. Zudem muss sich die EU verpflichten, ihren CO2-Ausstoß bis 2020 um mindestens 40 Prozent zu reduzieren. Nur so können auch die Schwellenländer zu Zugeständnissen bewegt werden.

Und ohne diese geht es nicht. Nicht nur Indien und China tragen in zunehmendem Maße zu Treibhausgasemissionen bei. Indonesien und Brasilien haben es durch die Zerstörung des Urwalds schon auf den 3. und 4. Platz gebracht.

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/mobbing-klagen-stoppen

Mobbing-Klagen stoppen

Greenpeace USA soll 660 Millionen Dollar "Schadensersatz" an Energy Transfer zahlen! So genannte SLAPP-Klagen gefährden unser Recht auf Meinungsfreiheit. Deutschland muss jetzt ein Anti-SLAPP-Gesetz erlassen.

Petition unterzeichnen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
Rally against Corporations Trying to Sue Critics into Silence in Oakland

Mehr zum Thema

Portrait of Sarah Zitterbarth

“Für Europa kann das ein Katalysator sein”

Per Dekret ordnet US-Präsident Donald Trump den Austritt der USA aus einer Reihe internationaler Abkommen an. Was bedeutet das für Klimaschutz weltweit? Ein Interview mit Greenpeace Klimaexpertin Sarah Zitterbarth.

mehr erfahren über “Für Europa kann das ein Katalysator sein”
Vor dem Bundesverfassungsgericht präsentieren mehrere Kläger:innen Klimaschutz-Banner und die Zahl der Zukunftskläger:innen: 54.000

Klimawissenschaft unterstützt Zukunftsklage

Greenpeace und Germanwatch haben gemeinsam mit über 54.000 Mitkläger:innen Klima-Verfassungsbeschwerden eingereicht. Die Bundesregierung ignoriert wissenschaftliche Erkenntnisse und lehnt die Klimaklagen ab.

mehr erfahren über Klimawissenschaft unterstützt Zukunftsklage
Gletscherschmelze: der Gurgler 1932 - 2025

Gletscherschmelze: Berge ohne Eis

Neue erschreckende Bilder zeigen, wie die Erderhitzung Gletscher in Deutschland, Österreich und der Schweiz zerstört.

mehr erfahren über Gletscherschmelze: Berge ohne Eis
Protest in Dry River in the Amazon in Brazil

Dürre Zeiten

In Europa und weltweit leiden immer mehr Regionen an Trockenheit. Heiße Sommer lassen Böden, Wälder und Gewässer leiden, auch andere Jahreszeiten bleiben inzwischen oft zu trocken.

mehr erfahren über Dürre Zeiten
Martin Kaiser, Executive Director of Greenpeace Germany

Scheinsieg der Fossilen

Die UN-Klimakonferenz gab keine Antwort, wie wir schneller CO2-Emissionen senken und den Amazonas retten können. Und doch sieht Martin Kaiser, geschäftsführender Vorstand bei Greenpeace, Fortschritte.

mehr erfahren über Scheinsieg der Fossilen
Flut in Günzburg 2.6.24

Extremwetter - Wetterextreme

Überschwemmungen, Stürme und Dürren werden immer schlimmer. Im Sommer 2024 versank Europa mehrfach in sogenannten "Jahrhundertfluten", die Zahl der Hitzetoten steigt. Die Klimakrise ist längst da.

mehr erfahren über Extremwetter - Wetterextreme