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Protest mit Atommüllfässern und einer Ladung Pferdemist vor der EnBW-Zentrale, März 2009
Paul Langrock / Zenit / Greenpeace

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EnBW, RWE und Co. haben jahrzehntelang vom Prinzip Asse profitiert: Erst am Atomstrom verdienen, dann den Atommüll in der nächstbesten Grube verklappen - und die Zeche soll dann der Steuerzahler zahlen. Das ist radioaktive Abzocke, sagt Greenpeace-Atomexperte Tobias Münchmeyer.

63 Prozent der Radioaktivität im Endlager Asse stammen nach Greenpeace-Recherchen aus dem EnBW-Atomkraftwerk Obrigheim, sechs Prozent aus RWE-Atomkraftwerken und weitere zwei Prozent aus Atommeilern von Eon und Vattenfall. Gutachter schätzen die Kosten für Rückholung, Neuverpackung und Endlagerung des Asse-Mülls auf rund 2,5 Milliarden Euro.

Greenpeace fordert die vier Stromkonzerne auf, als Verursacher des Atommülls im maroden Salzstock Asse II nun auch die Verantwortung zu übernehmen und die Bergung des gefährlichen Abfalls zu bezahlen.

Im September 2008 veröffentlichte das niedersächsische Umweltministerium einen Statusbericht zur Schachtanlage Asse II. Dieser Bericht erweckt den Eindruck, dass nur ein Prozent des radioaktiven Inventars aus Atomkraftwerken, aber fast 90 Prozent aus Forschungsabfällen stammen. Doch das ist falsch.

Zwar wurden diese Abfälle aus dem Forschungszentrum Karlsruhe ausgeliefert. Doch der Müll stammte vor allem aus den deutschen Atommeilern. Die Stromkonzerne haben nachweislich große Teile ihres radioaktiven AKW-Abfalls über das Forschungszentrum entsorgt. Nur sechs Prozent der Asse-Radioaktivität lassen sich eindeutig dem Forschungsbereich zuordnen.

Der Bericht legt die Vermutung nahe, dass Umweltminister Sander die Herkunft der Abfälle bewusst verschleiern will, erklärt Münchmeyer. Eine genaue Prüfung zeigt, dass die Atomkraftwerke eindeutig die Hauptverursacher des Mülls sind.

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