Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Durch den Dammbruch wurde auch ein Erdrutsch ausgelöst, der 20 Häuser unter sich begrub, 17 Menschen gelten als vermisst. Die Suche nach ihnen soll jedoch erst aufgenommen werden, wenn die Gefahr durch die Zyanid-Lauge eingedämmt ist, hieß es von offizieller Seite.

Dies illustriert, wie in China durch laxe Sicherheitsstandards Leben und Umwelt gleichermaßen aufs Spiel gesetzt werden. Nach offiziellen Zahlen starben allein in Chinas Kohlegruben im letzten Jahr fast 6.000 Menschen, weitere 2.200 verloren ihr Leben beim Erzabbau. Menschenrechtsgruppen sprechen sogar von bis zu 20.000 Minentoten pro Jahr.

Hoher Goldpreis fördert Umweltzerstörung

Der hohe Goldpreis von derzeit fast 680 Dollar je Feinunze befördert die Gier nach dem Edelmetall. Weltweit wird fieberhaft danach geschürft, gebohrt, gesprengt. Und häufig kommen Techniken wie die Auswaschung mit Zyanid-Lauge zum Einsatz, die große Gefahren bergen. Das Zyanid, das häufig in offenen Becken gelagert wird, muss durch Dämme vor einem Kontakt mit Gewässern oder dem Grundwasser gehindert werden.

Das gelingt leider nicht immer. Einer der folgenschwersten Unfälle der letzten Jahre ereignete sich im Februar 2000 in Rumänien: 120 Tonnen des Giftes ergossen sich in die Theiß. Die Giftmenge hätte - gezielt verabreicht - ausgereicht, um eine Milliarde Menschen zu töten.

Sinnlose Sammelwut

Warum Menschen das Gold in Massen horten ist dabei rational nicht zu erklären. Rund 130.000 Tonnen hat die Menschheit im Lauf ihrer Geschichte bereits aus Erdlöchern an die Oberfläche befördert - nur um den Großteil davon völlig sinnentleert wieder in neuen Löchern, den Tresoren von Nationalbanken, zu verstecken.

Anders als Platin und Silber war es nie von dauerhaftem technischem Nutzen. Zahngold gerät durch neue Keramikentwicklungen aus der Mode, in Computerchips wird Gold fast entbehrlich, als Währungsstandard dient es schon lange nicht mehr. 85 Prozent der weltweiten Jahresförderung von 3.000 Tonnen wird daher von der Juwelierbranche verarbeitet und wandert in private Schmuckschatullen.

Vogel über Müllberg

Mehr zum Thema

Nahaufnahme im Labor: Hand hält eine Schale mit Mikroplastik.

Mikroplastik: ein unsichtbares Problem

Was genau ist Mikroplastik? Wo kommt es her – und warum ist es so schwer, das Problem wieder einzufangen. Antworten auf diese Fragen, liefert dieser Artikel.

mehr erfahren über Mikroplastik: ein unsichtbares Problem
Studioaufnahme: Textilien von Shein auf einem Haufen

Schäm dich, Shein

Schnell, billig, rücksichtslos – das ist das Geschäftsmodell von Fast-Fashion-Konzern Shein. Greenpeace hat zum dritten Mal Produkte ins Labor geschickt – wieder mit beunruhigenden Ergebnissen.

mehr erfahren über Schäm dich, Shein
Vreni mit Sonnenbrille

Vreni Jäckle: Mode ist politisch

Vreni ist Gründungsmitglied der Fashion Changers. Im Interview zeigt sie, wie Mode eng mit Politik, Diskriminierung und Aktivismus verbunden ist.

mehr erfahren über Vreni Jäckle: Mode ist politisch
Phoebe steht vor einer Zimmertür.

Mit Phoebe die Masche der Industrie checken

In einer Welt, in der das nächste Kleidungsstück immer nur einen Klick weit entfernt ist, zeigt Phoebe, wo wir genauer hinschauen können – auf Verarbeitung, Materialien und die Versprechen der Marken.

mehr erfahren über Mit Phoebe die Masche der Industrie checken
Larissa fotografiert sich im Spiegel

Mit Larissa den eigenen Style finden

Larissa aka larytales zeigt auf Social Media, wie sie Slow Fashion mit dem ultimativen Organisations-Tool der Fashion-Welt lebt: der Capsule Wardrobe. Wie das klappt, verrät sie im Interview.

mehr erfahren über Mit Larissa den eigenen Style finden
Discokugel und Konfetti

Silvester ohne Umweltverschmutzung: 6 nachhaltige Tipps

Die Silvesterfeier ist ein guter Moment, um alte, unschöne Gewohnheiten hinter sich zu lassen und nachhaltiger ins neue Jahr zu starten.

mehr erfahren über Silvester ohne Umweltverschmutzung: 6 nachhaltige Tipps