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Protestaktion bei EM-Spiel
AP/picture-alliance

Protest vor EM-Spiel

Mit einer Notlandung endete der Protest eines Greenpeace-Aktivisten anlässlich des Europameisterschafts-Spiels Deutschland gegen Frankreich. 

Der Motorschirmflug war Teil einer Protestaktion für mehr Tempo beim Ausstieg aus klimaschädlichen Verbrennungsmotoren beim EM-Sponsor Volkswagen. Der Pilot flog mit einem Elektromotor, der mit einem Lithium-Ionen-Akku betrieben wird. Der Motor war in technisch einwandfreiem Zustand, neu und geprüft. Aus noch nicht geklärten Gründen fiel die manuelle Gassteuerung zeitweise aus, der Pilot verlor an Höhe und touchierte dabei ein Stahlseil. Er musste eine Notlandung im Stadion durchführen. Dabei wurden zwei Männer verletzt. 

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„Wir bitten die beiden Verletzten aufrichtig und nachdrücklich um Entschuldigung. Auch bei den Spielern und Zuschauer:innen möchten wir uns für die Schrecksekunde entschuldigen“, erklärt Greenpeace-Kampaigner Benjamin Stephan. „Der Motorschirmflieger wollte über das Stadion fliegen und einen leichten Latexball mit einer Protestbotschaft gegen den EM-Sponsoren Volkswagen auf das Spielfeld sinken lassen und VW zu mehr Einsatz beim Klimaschutz auffordern. Technische Schwierigkeiten führten dazu, dass der Pilot zur Landung im Stadion gezwungen wurde. Wir bedauern zutiefst, dass dadurch Menschen in Gefahr gebracht und zwei Personen verletzt wurden.” Beide Personen haben laut Polizei München Kopfverletzungen davongetragen und konnten inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen werden. "Darüber sind wir sehr erleichtert und wünschen rasch vollständige Erholung. Inzwischen konnten wir auch persönlich um Entschuldigung bitten", so Stephan.

Sicherheit steht im Zentrum von Greenpeace-Aktionen. Die Umweltschutzorganisation wird die Aufklärung des genauen Ablaufs in vollem Umfang unterstützen.

Protest gegen EM-Sponsor VW

Hintergrund der Protestaktion ist, dass der VW-Konzern sich weigert, ein festes Enddatum für Autos mit Verbrennungsmotor zu nennen. Als Botschaft an Volkswagen stand daher auf dem Motorschirm, wie auf dem rund einen Meter großen Ball, der auf das Spielfeld sank, „Kick Out Oil“. Der Konzern steht als weltweit zweitgrößter Autobauer besonders in der Verantwortung. Trotz öffentlicher Bekenntnisse zur Elektromobilität verbrennen noch immer 95 Prozent aller hergestellten VW-Autos Diesel oder Benzin. Allein die im Jahr 2019 produzierten Autos werden über ihre Lebenszeit mit mehr als 500 Millionen Tonnen so viele Treibhausgase ausstoßen wie ganz Australien in einem Jahr. „Volkswagen-Chef Herbert Diess kann sich nicht als Elektropionier feiern und sich gleichzeitig weiter vor einem Ausstiegsdatum drücken“, so Stephan.

Klimawandel wird Möglichkeiten für Fußball einschränken

 „Für Millionen Menschen ist Fußball nicht nur zur EM enorm wichtig, aber auf einem immer heißeren Planeten wird er immer weniger gespielt werden können“, sagt Greenpeace Verkehrsexperte Benjamin Stephan. „Wenn VW noch wie geplant bis mindestens 2040 Millionen klimaschädliche Diesel und Benziner verkauft, befeuert der Konzern die Klimakrise damit rücksichtslos weiter. Statt grüner PR braucht Volkswagen dringend ein Ausstiegsdatum.“

Wenn die globalen Temperaturen durch das Verbrennen fossiler Energien wie Öl weiter steigenden, wird das auch Breitensportarten wie Fußball mittelfristig belasten. Der Temperaturanstieg zeigt sich überdurchschnittlich im Frühjahr und Sommer und in den Städten – zu Jahreszeiten und an Orten also, die besonders wichtig für Sport im Freien sind. Klimamodellierungen zeigen, dass ohne zusätzliche Maßnahmen im Klimaschutz Sommer etwa in Berlin bis zum Jahr 2050 im Schnitt bis zu 6 Grad heißer werden. Tage mit Temperaturen über 35 Grad, bei denen die Ausübung von Sport gesundheitlich Risiken mit sich bringt, würden deutlich zunehmen.

(Dieser Artikel wurde fortlaufend aktualisiert)

 

 

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