Jetzt spenden
Jaguar forest action  Argentina
ý

Greenpeace kritisiert Nachhaltigkeitsgarantie der Biodiesel-Lobby

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Der Verband der deutschen Biokraftstoffindustrie VDB garantiert, nur nachhaltig produzierten Biodiesel aus Soja zu verwenden. Diese Garantie hält Greenpeace für unseriös und kritisiert den VDB in einem offenen Brief vom Donnerstag.

Die vom Verband genannten Zahlen zum Import beziehen sich nur auf Sojabohnen und Sojaöl. Den in Deutschland dem Diesel beigemischten Sojamethylester berücksichtigt der VDB nicht.

Problematisch ist, dass zurzeit weder Händler noch Mineralölkonzerne oder ein Verband genau wissen, woher der zugesetzte Sojamethylester kommt. So kann Sojamethylester in deutschem Diesel zum Beispiel in großen Mengen aus Argentinien stammen. Dort werden für die Sojaproduktion große Flächen Regenwald abgeholzt. In diesem Fall kann weder von Nachhaltigkeit noch von ökologischer Vertretbarkeit gesprochen werden.

Die Herkunft des Soja-Biodiesels ist für niemanden nachvollziebar. Der überwiegende Teil des argentinischen Sojaöls wird in die USA exportiert. Dort wird es mit einem Prozent Mineralöl angereichert, zu amerikanischem Biodiesel umdeklariert und nach Europa verkauft. Dabei verbraucht Deutschland ca. 30 Prozent des europäischen Biodiesels.

Dieses Vorgehen ist durch eine Gesetzeslücke bei der Vergabe von Agrarsubventionen in den USA möglich. Zur Förderung des Einsatzes von Biosprit zahlt die amerikanische Regierung pro Gallone Biodiesel (3,79 Liter) einen Dollar.

Auch in Brasilien wird Soja produziert. Als Nachhaltigkeitsbeweis gibt der VDB hier ein Moratorium vom 24. Juli 2006 an, das für zwei Jahre geschlossen wurde. Laut Moratorium soll keine Soja verwendet werden, für die in Brasielien Regenwald zerstört wurde.

Doch im Fall Brasilien ist die Garantie des VDB ebenfalls kritisch zu betrachten. Das Moratorium erfasst nämlich nur Flächen, die nach dem Juli 2006 gerodet wurden. Somit können sich Sojapflanzungen auf ehemaligen Regenwaldflächen befinden. Außerdem steht die Verlängerung des Moratoriums noch nicht fest. Der dauerhafte Schutz des Regenwaldes ist nicht gesichert.

Greenpeace veröffentlichte am Mittwoch die Ergebnisse eines bundesweiten Tests. Untersucht wurde Diesel der drei großen Mineralölkonzerne Shell, Aral und Esso. Die Ergebnisse besagen: Rund 20 Prozent des beigemischten Pflanzendiesels werden aus Sojaöl gewonnen. Soja wird vor allem in Südamerika angebaut.

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/vw-klage

Kein Recht auf Verbrenner!

Greenpeace klagt gemeinsam mit mit dem Bio-Landwirt Ulf Allhoff-Cramer und Fridays for Future-Klimaaktivistin Clara Mayer mehr Klimaschutz bei Volkswagen ein. Unterstützen Sie die Kläger:innen mit Ihrer Unterschrift

Klage unterstützen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
Protest at VW's supervisory Board Meeting in Wolfsburg

Mehr zum Thema

Ein Aktivist steht mit einer Fahne mit stilisiertem E-Auto auf einem Autodach. Drei Autos formen zusammen die Aufschrift “Mehr Elektro Wagen”.

Verbrenner-Aus 2035

Das Ende neuer Verbrenner ab 2035 steht fest – eigentlich. Doch die Verbrenner-Lobby will die EU-Entscheidung kippen und die bis dahin geltenden Abgasregeln schwächen.

mehr erfahren über Verbrenner-Aus 2035
Klimastreik: Frau hält Schild "The 1 % Flies, Our Planet Dies. #BanPrivateJets"

Mit dem Privatjet in den Urlaub

Privatflugzeuge und Luxusklassen sind besonders klimaschädlich, zeigen Greenpeace-Recherchen. Es wäre gerecht, sie besser zu regulieren.

mehr erfahren über Mit dem Privatjet in den Urlaub
Demonstrierende halten ein großes Banner: Das Wort Auto ist in dem Schriftzug Autobahn durchgestrichen

Bahn statt Autobahn

Deutschland will sein ohnehin dichtes Autobahnnetz um viele tausend Kilometer verlängern. Dabei könnte mit etwas politischem Gestaltungswillen die Abhängigkeit vieler Menschen vom Auto sinken.

mehr erfahren über Bahn statt Autobahn
Gelber Zug fährt in einen Bahnhof

Wie geht es weiter mit dem Deutschlandticket?

Das Deutschlandticket soll bleiben, aber schon ab 2026 teurer werden. Dabei spart es mehr, als es den Bund kostet.

mehr erfahren über Wie geht es weiter mit dem Deutschlandticket?
Installation eines abgestürzten Pkw, der einen EU-Flaggenmast beschädigt vor dem Brandenburger Tor

Warum E-Fuels keine Klimaprobleme lösen

Synthetische Kraftstoffe in ausreichenden und bezahlbaren Mengen sind für den Autoverkehr reines Wunschdenken.

mehr erfahren über Warum E-Fuels keine Klimaprobleme lösen
Frau läuft mit Rollkoffer auf einem Bahnsteig am ICE entlang

Unfairer Preiskampf: Zug und Flug im Vergleich

Viele Menschen wollen klimaschonend reisen. Doch Subventionen machen den Flug auf vielen Strecken billiger als den Zug – gerade ins europäische Ausland. Das zeigt eine Greenpeace-Studie.

mehr erfahren über Unfairer Preiskampf: Zug und Flug im Vergleich