Skip to main content
Jetzt spenden
autobahn aerial

Biodiesel verkauft sich gut - mehr Raps auf deutschen Feldern

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Um die steigende Nachfrage nach Biodiesel zu decken, haben die deutschen Landwirte den Rapsanbau auf ihren Feldern ausgeweitet. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes werden in diesem Jahr rund sechs Prozent mehr Raps geerntet als 2005. Dieser Anstieg ist mit dem wachsenden Einsatz von Biodiesel verbunden. Der biologische Kraftstoff wird als umweltfreundliche Alternative zum Erdöl gehandelt. Er bedeutet auch wirtschaftliche Unabhängigkeit vom Ölimport.

Biodiesel, auch unter dem chemischen Namen Fettsäuremethylester bekannt, wird aus pflanzlichen Ölen hergestellt. Um Biodiesel zu gewinnen, bauen deutsche Bauern vor allem Raps an. Auf rund 1,4 Millionen Hektar wächst die gelb-blühende Ölfrucht derzeit. Das sind ungefähr 11,7 Prozent der gesamten Ackerfläche Deutschlands (12 Millionen Hektar). Dennoch: Der Rapsanbau will überlegt sein, denn die Pflanze unterliegt der Fruchtfolge. Das heißt, sie kann nur etwa alle drei bis fünf Jahre auf demselben Feld angebaut werden. Langfristig ist nur mit einem Viertel der Erträge zu rechnen.

Bislang wurden 65 Prozent der jährlichen Rapsernte zur Produktion von Biodiesel verwendet, der übriggebliebene Raps wurde zur Herstellung von Speiseöl verwendet oder landete als Viehfutter im Trog. Die Ernte, die für Biodiesel vorgesehen ist, wird chemisch bearbeitet. Nach dieser Umesterung bleiben jährlich etwa 1,5 Millionen Biodiesel als Kraftstoff für Fahrzeuge und Maschinen übrig. Sie decken jedoch nur einen Bruchteil des Verbrauchs ab, wie ein Vergleich zeigt: Rund 28,9 Millionen Tonnen Diesel und 28,8 Millionen Tonnen Benzin werden jährlich allein in deutschen Kraftfahrzeugen verbraucht.

Aufgrund dieser großen Menge und der Einfuhrprobleme mit dem klassischen Mineralöl, will die Bundesregierung künftig mehr auf Biodiesel setzen. Sie plant, die Anbaufläche für die Energiepflanze Raps bis 2050 auf sechs Millionen Hektar ausdehnen. Mehr als die Hälfte aller Ackerflächen wären in der Zukunft demnach Rapsfelder.

Doch selbst diese Menge an Raps würde nicht ausreichen, um die hohe Nachfrage nach Kraftstoffen auch nur annähernd zu decken. 5,25 Millionen Tonnen Raps könnten auf einer Fläche von sechs Hektar geerntet werden. Daraus entstünden 1,5 Milliarden Liter Biodiesel - gerade einmal 2,5 Prozent des gesamten Kraftstoffmarktes.

(Autorin: Cindy Roitsch)

Mehr zum Thema

Public Transport 9 Euro Ticket Starts in Berlin

Anschluss nicht verpassen

  • 21.07.2022

Das 9-Euro-Ticket entlastet Haushalte, hilft dem Klima und lässt sich finanzieren, indem klimaschädliche Subventionen gestrichen werden. Diese win-win-win-Situation muss genutzt werden.

mehr erfahren
Protest Against Biofuels in Zeitz, Germany

Biosprit ist umweltpolitischer Unfug

  • 20.07.2022

Biokraftstoffe sind eingeführt worden, um den Klimaschutz voranzutreiben und die Abhängigkeit vom Öl zu reduzieren. Diese Ziele sind richtig, doch Biosprit ist der falsche Weg dorthin.

mehr erfahren
Autoverkehr in Berlin

Klimapolitische Geisterfahrt

  • 20.06.2022

Das EU-Parlament stellt die Weichen für ein Verbrenner-Aus, große Teile der Branche gehen mit. Doch Verkehrsminister Wissing (FDP) ist dagegen.

mehr erfahren
Protest at VW's supervisory Board Meeting in Wolfsburg

VW-Klage vor Gericht

  • 20.05.2022

Vier Kläger:innen fordern Volkswagen auf, die Produktion von klimaschädlichen Verbrennern bis Ende des Jahrzehnts einzustellen.

mehr erfahren
Volkswagen in Wolfsburg

Was Volkswagen über die Erderhitzung wusste…

  • 17.05.2022

…und was der Konzern mit diesem Wissen gemacht hat. Beides zeigt eine Greenpeace-Recherche in VWs Konzernarchiv. Mit empörenden Ergebnissen.

mehr erfahren
Tobias Austrup

“An einem Ölembargo führt kein Weg vorbei”

  • 08.04.2022

Ölembargo, Tempolimit und Volker Wissings To-Do-Liste: Im Gespräch mit Greenpeace-Mobilitätsexperte Tobias Austrup

mehr erfahren