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Aber Eis gibt es auch woanders, vor allem in der Antarktis. Auch davon wird eine Menge schmelzen. Folge: Das Meer steigt weiter. Zusätzlich werden immer öfter schwere Stürme und Tornados über die Erde fegen. In anderen Weltregionen wie Afrika werden die Menschen von Dürrekatastrophen ungeahnten Ausmaßes heimgesucht. Epidemien werden sich ausbreiten. Krankheiten wie die Malaria könnten in Deutschland heimisch werden. Bei den möglichen Temperaturen würden sich die Erreger hier wohlfühlen. Damit es nicht soweit kommt, müssen wir alle sofort anfangen, Klimaschutz zu betreiben.

Am Freitag hat der Klimaausschuss der Vereinten Nationen in Paris seinen vierten Bericht zum Klimawandel vorgelegt. Er stellt den aktuellen Kenntnisstand zu den wissenschaftlichen Grundlagen der Klimaänderung dar. Und die Erkenntnisse der rund 2.500 Klimaforscher sind düster.

Der Klimawandel legt an Geschwindigkeit zu. Die Erwärmungsrate für die letzten 50 Jahre ist nahezu doppelt so groß wie die für die vergangenen 100 Jahre. Der Meeresspiegel stieg von 1961 bis 2003 mit einer jährlichen Durchschnittsrate von 1,8 Millimeter; diese Rate verdoppelte sich fast zwischen 1993 und 2003 auf 3,1 Millimeter pro Jahr. Gebirgsgletscher und Schneebedeckung der Erde haben sich verringert.

Nun gibt es keine Ausreden mehr. Die Faktenlage ist erdrückend, sagt Gabriela von Goerne, Klimaexpertin von Greenpeace. Besorgniserregend ist vor allem das steigende Tempo der Klimaveränderungen, speziell in den vergangenen zehn Jahren. Der Klimawandel ist von Menschen gemacht und es liegt in unserer Hand, das Ruder herum zu reißen.

Es fehlt der politische Wille

Angesichts der Klimahölle und der schwerwiegenden Folgen müssen sofort drastische Maßnahmen ergriffen werden. Greenpeace erwartet von Bundeskanzlerin Angela Merkel die Einhaltung ihrer vollmundigen Versprechen und ihren vollen Einsatz für mehr Klimaschutz. Deutschland muss seine Vorreiterrolle wahrnehmen und sich ohne weitere Bedingungen zur Senkung der Treibhausgase um 40 Prozent bis 2020 verpflichten.

Es mangelt nicht an wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Bedrohung des Klimawandels, es fehlen weder klimafreundliche Technik noch innovative Ideen zur Vermeidung von Treibhausgasen, sagt von Goerne. Es fehlt lediglich der politische Wille.

Noch ist es nicht zu spät ...

Der Bundesregierung fällt beim Lesen des IPCC-Berichts lediglich ein, Millionen für die Erforschung des Klimawandels auszugeben. Doch was soll da noch erforscht werden? Der Klimawandel ist da! Und er gewinnt an Fahrt. Das wollen auch andere nicht wahrhaben: Die britische Tageszeitung Guardian berichtet, dass das der Ölindustrie nahestehende American Enterprise Institute (AEI) Forscher aufruft, den IPCC-Bericht anzuzweifeln. Dazu lobt das Institut 10.000 Dollar für jeden Artikel aus und übernimmt Reisekosten und Spesen.

Greenpeace und der Dachverband der Europäischen Erneuerbaren Energien-Industrie (Erec) haben vor wenigen Tagen einen globalen Masterplan zur Abwendung des drohenden Klimawandels veröffentlicht. Die Machbarkeitsstudie Energie (R)evolution zeigt, dass durch Energiesparmaßnahmen sowie die verstärkte Nutzung von Wind-, Wasser- und Sonnenkraft der Anstieg von Treibhausgasen bis 2050 halbiert werden kann. Dadurch bliebe die Erderwärmung unter zwei Grad Celsius. Die Bundesregierung sollte diesen Masterplan besser lesen.

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