Jetzt spenden
Greenland Tour, Climate Change, 2005.
© Greenpeace / Steve Morgan

Umweltpolitik: Eckpunktepapier muss beschlossen werden!

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Nirgendwo sonst sind die Auswirkungen so deutlich sichtbar wie an Grönlands Gletschern. Greenpeace war schon zwei Jahre zuvor vor Ort um die Gletscherschmelze zu dokumentieren.

Karsten Smid, Klimaexperte von Greenpeace, hat dem SWR in der Sendung Tagesgespräch ein Interview gegeben. Darin kritisiert er den Neubau von Kohlekraftwerken und spricht sich klar für den Ausbau Erneuerbarer Energien aus.

Es müssen Rahmenbedingungen für Windenergie und Kraft-Wärme-Kopplung geschaffen werden, anstatt solche schwerfälligen Großkraftwerke wie Kohlekraftwerke zu bauen. Ein Kohlekraftwerk, das heute neu gebaut wird, soll eine Laufzeit von 40 Jahren haben, das heißt, bis 2050 betrieben werden. Bis 2050 jedoch müssen die Treibhausgase um 80 Prozent reduziert werden, wenn wir den Klimawandel stoppen wollen.

{image_r}Das Eckpunktepapier enthält Ideen, wie Deutschlands Kohlenstoff(CO2)-Ausstoß bis 2020 drastisch gesenkt werden kann. Danach soll beispielweise die KFZ-Steuer nicht mehr nach Hubraum sondern nach CO2-Emissionen berechnet werden. Luft-und Schiffsverkehr sollen ebenfalls in den Emissionshandel miteinbezogen werden. Zudem werden Hausbesitzer ihren Energieverbrauch schon in absehbarer Zeit um 30 Prozent mindern müssen und die Kraft-Wärme-Kopplung ausgebaut werden.

Laut Smid sind die meisten Maßnahmen längst überfällig. Ferner befürchtet er, dass durch industrielle Lobbbyisten die Eckpunkte aufgeweicht werden. Die Kanzlerin hat in den eigenen Reihen viele Kritiker. Es wird für sie schwierig werden, das Eckpunktepapier durchzusetzen.

Smids Antwort auf die Frage, ob Klimaschutz denn ökonomisch vertretbar sei, ist eindeutig: Beim Klimaschutz dürfen wir keine Kompromisse eingehen. Die Situation ist dramatisch, wir müssen jetzt handeln.

So müssen alle Bereiche ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten: Verkehr, Industrie, Haushalte. Langfristig spart ein solches Vorgehen Kosten. Wer heute sein Haus mit moderner Wärmedämmung ausstattet, hat innerhalb weniger Jahre die Kosten wieder eingespart. Verbraucher können Energie und Kosten sparen bei Neuinvestitionen wie spritsparenden Autos und Haushaltsgeräten mit niedrigem Energieverbrauch.

Das alles ist heute möglich, jedoch ohne die Rahmenbedingungen der Politik, kann das Klimaziel nicht erreicht werden, gibt Smid zu bedenken. Folglich muss Kanzlerin Merkel konsequent sein. Es genügt nicht, durch die Welt zu reisen und Klimaschutz zu propagieren. Um das Klima zu retten, muss sie das Eckpunktepapier in Meseberg durchsetzen.

  • climate action Greenland

    climate action Greenland

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/mobbing-klagen-stoppen

Mobbing-Klagen stoppen

Greenpeace USA soll 345 Millionen Dollar "Schadensersatz" an Energy Transfer zahlen! So genannte SLAPP-Klagen gefährden unser Recht auf Meinungsfreiheit. Deutschland muss jetzt ein Anti-SLAPP-Gesetz erlassen.

Petition unterzeichnen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
Rally against Corporations Trying to Sue Critics into Silence in Oakland

Mehr zum Thema

Klimaland Bavaria 2040 - Keep the word- Protest Munich

Bayern schafft den Klimabericht ab

Rückschlag! Der jährliche Klimabericht belegt das Scheitern der Regierung Söder in der Klimapolitik. Deswegen schafft ihn die CSU jetzt ab.

mehr erfahren über Bayern schafft den Klimabericht ab
Korallen im Seringapatam-Riff, Australien

Die Erwärmung der Meere

Die Ozeane haben bislang etwa 80 Prozent der Wärme aufgenommen, die wir dem Klimasystem zugeführt haben. Die Erwärmung reicht bis in eine Tiefe von 3.000 Metern. Das bringt die Meere aus dem Takt.

mehr erfahren über Die Erwärmung der Meere
Portrait of Sarah Zitterbarth

“Für Europa kann das ein Katalysator sein”

Per Dekret ordnet US-Präsident Donald Trump den Austritt der USA aus einer Reihe internationaler Abkommen an. Was bedeutet das für Klimaschutz weltweit? Ein Interview mit Greenpeace Klimaexpertin Sarah Zitterbarth.

mehr erfahren über “Für Europa kann das ein Katalysator sein”
Vor dem Bundesverfassungsgericht präsentieren mehrere Kläger:innen Klimaschutz-Banner und die Zahl der Zukunftskläger:innen: 54.000

Klimawissenschaft unterstützt Zukunftsklage

Greenpeace und Germanwatch haben gemeinsam mit über 54.000 Mitkläger:innen Klima-Verfassungsbeschwerden eingereicht. Die Bundesregierung ignoriert wissenschaftliche Erkenntnisse und lehnt die Klimaklagen ab.

mehr erfahren über Klimawissenschaft unterstützt Zukunftsklage
Gletscherschmelze: der Gurgler 1932 - 2025

Gletscherschmelze: Berge ohne Eis

Neue erschreckende Bilder zeigen, wie die Erderhitzung Gletscher in Deutschland, Österreich und der Schweiz zerstört.

mehr erfahren über Gletscherschmelze: Berge ohne Eis
Protest in Dry River in the Amazon in Brazil

Dürre Zeiten

In Europa und weltweit leiden immer mehr Regionen an Trockenheit. Heiße Sommer lassen Böden, Wälder und Gewässer leiden, auch andere Jahreszeiten bleiben inzwischen oft zu trocken.

mehr erfahren über Dürre Zeiten