Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Laut Greenpeace-Klimaexpertin Gabriela von Goerne bestätigt das Gutachten, was Greenpeace den Verantwortlichen in Industrie und Politik vorwirft: den Wortbruch in der Klimaschutzpolitik. Bis zum Jahr 2005 sollten in Deutschland 25 Prozent weniger Kohlendioxid ausgestoßen werden als 1990. Dieses Ziel, vor vier Jahren gesetzt, hat die Bundesregierung klammheimlich aufgegeben. Die Industrie fühlt sich nicht mehr an ihre Selbstverpflichtung zum Klimaschutz gebunden.

Mit der großzügigen Vergabe von Verschmutzungsrechten hat Wirtschaftsminister Wolfgang Clement sich als Lobbyvertreter der Kohleindustrie einen Namen gemacht. Die Folgen sind weit reichend: Für die nächsten 30 bis 40 Jahre hat Deutschland sich auf einen Energiepfad festgelegt, der laut Sachverständigenrat nicht nur im Widerspruch zur deutschen Klimapolitik seit 1990 steht. Er bringt neben ökologischen Risiken auch erhebliche Fehlinvestitionen mit sich.

Beispiel RWE: Kaum war im März das Gerangel um die Verschmutzungsrechte zu Gunsten der Industrie beendet und der deutsche Plan für den Emissionshandel nach Brüssel gesandt, verkündete der Energiekonzern, dass er ein neues Braunkohlekraftwerk mit einer Leistung von 1000 Megawatt bauen werde.

Deutlicher kann die Industrie kaum zeigen, wie gleichgültig ihr der Klimaschutz ist. Braunkohle wird seit 1999 verstärkt zur Energiegewinnung genutzt und hat zu einem Anstieg der Kohlendioxid-Emissionen geführt.

Gabriela von Goerne wirft der Bundesregierung vor, sich aus der Verantwortung gestohlen zu haben. Die Gefahren des Klimawandels seien zu groß, als dass der Klimaschutz als lästige Pflicht verkümmern dürfe.

Von Goerne weiter: Die Appelle der Sachverständigen zeigen, was nötig ist: 40 Prozent weniger Kohlendioxid bis 2020. Das heißt weniger Kohle, mehr erneuerbare Energien. Das muss die Bundesregierung ernst nehmen. Deutschland ist Gastgeber der Internationalen Erneuerbaren Energien Konferenz, die Anfang Juni in Bonn stattfindet. Dort kann die Regierung wieder Boden gutmachen. Sie muss dafür sorgen, dass sich Europa gesetzlich verpflichtet, bis 2020 den Anteil der erneuerbaren Energien auf 20 Prozent zu steigern.

Mehr zum Thema

Messballon zur Beobachtung des Ozonlochs am nördlichen Polarkreis, Juni 1988

Ursache und Wirkung des Ozonlochs

  • 01.12.2022

Das Ozonloch beschäftigt Wissenschaftler:innen seit Jahrzehnten. Wir erklären, worum es sich dabei handelt und betrachten seinen aktuellen Zustand.

mehr erfahren
Aktion zur COP27,

Interview zur Klimakonferenz COP 27

  • 20.11.2022

Die 27. UN-Klimakonferenz ist zu Ende gegangen - mit enttäuschendem Ergebnis: Zwar gibt es nun einen Fonds für Klimafolgeschäden für arme Länder. Aber keinen Ausstieg aus allen fossilen Energien.

mehr erfahren
Lisa Göldner auf der Cop27

Cop27-Klimaschutzkonferenz: Zwischenbilanz

  • 14.11.2022

Halbzeit bei der Weltklimakonferenz in Sharm El Sheikh: Nach einer Woche UN-Klimakonferenz sieht Greenpeace-Klimaexpertin Lisa Göldner erste Fortschritte. Aber die wahren Aufgaben kommen erst noch.

mehr erfahren
Braunkohlekraftwerk Niederaussem im Rheinischen Braunkohlerevier

Verursacht der Mensch die Erderwärmung?

  • 07.10.2022

Wenn im Laufe der Erdgeschichte das Klima schwankte, dauerte dies Jahrtausende. Tiere und Pflanzen hatten Zeit, sich anzupassen. Der jetzige Klimawandel passiert viel schneller.

mehr erfahren
Schmelzendes Meereis bei Grönland 07/30/2009

Arktis bald ohne Eis?

  • 26.09.2022

Für das Meereis in der Nordpolarregion ist keine Erholung in Sicht. Der diesjährige Tiefstand: 4,79 Millionen Quadratkilometer.

mehr erfahren
Aktion zu Taxononomie vor der Europäische Kommission in Brussels

EU-Taxonomie-Klage

  • 19.09.2022

Gas und Atomkraft sind nicht nachhaltig. Deswegen klagt Greenpeace jetzt gegen die EU-Taxonomie, die Investitionen in Gas- und Atomenergie als „grün“ labelt. Denn das verstößt gegen EU-Recht.

mehr erfahren